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Drei Achsen zwei Laptops ein Wohnmobil

Wohnmobil-Urlaub mit Luna: was aus unseren Sorgen wurde

Logbuch · 16. Oktober 2026
Maria sitzt unter der ausgefahrenen Markise von Luna im Campingstuhl am Tisch, dahinter Schilf und der Binnensee bei Bergkvara

Am 1. August 2026 sind wir mit Luna zu unserem ersten Wohnmobil-Urlaub aufgebrochen, sechs Wochen, die meiste Zeit davon in Schweden. Die einzelnen Stationen stehen im Reisebericht Sechs Wochen Schweden mit dem Wohnmobil. Hier geht es um die lange Liste an Sorgen, die wir vorher mit uns herumgetragen haben, und darum, was davon tatsächlich eingetreten ist.

Was wir vor dem ersten Wohnmobil-Urlaub befürchtet haben

Zu fast jedem Thema findet man in Foren und Facebook-Gruppen einen Horrorbericht und wir haben vor unserem ersten Wohnmobil-Urlaub eine Menge davon gelesen. Am größten war die Sorge, nachts irgendwo stehen zu müssen, wo jemand einbrechen könnte. Dazu kam die Größe. Luna ist 8,61 Meter lang und hat drei Achsen und wir haben uns gefragt, ob wir auf viele Campingplätze überhaupt passen, ob wir irgendwo nicht durchkommen und wie schwer sich das Wohnmobil rangieren lässt. Der Hinweis „Wendekreis des Todes“ hinten am Kennzeichen hat diese Sorge nicht kleiner gemacht.

Ich selbst hatte vor allem Angst, dass Luna anfällig für Seitenwind ist, dass wir uns ständig festfahren, etwa auf nassen Wiesen, und dass die Hubstützen viel komplizierter sind als gedacht, weil der Untergrund selten passt. Dazu kam die Frage, wie es ist, bei schlechtem Wetter zu dritt im Wohnmobil zu sitzen. Auf dem Boot konnte man sich zurückziehen, in Luna gibt es im Grunde einen großen Raum. Seit Jahren hatten wir nicht mehr alle in einem Raum geschlafen und wir waren nicht sicher, ob wir uns dabei auf die Nerven gehen.

Beim Einkaufen haben wir uns gefragt, ob wir auf Supermarktparkplätzen überhaupt einen Platz finden, und auf einer langen Reise muss man oft einkaufen. Wir waren unsicher, ob das Wasser reicht, ob die Klimaanlage gegen die Hitze ankommt und ob zwei Gasflaschen mit je 11 Kilo genügen, falls die Abende kalt werden. Bei der Markise hatten wir im Kopf, dass sie beim ersten Windstoß kaputtgeht. Entsprechend viel haben wir eingepackt und vieles davon haben wir am Ende überhaupt nicht gebraucht. Eingetreten ist davon am Ende fast nichts.

Rangieren und Einkaufen gingen leichter als befürchtet

Wir sind überall durchgekommen, auch dort, wo uns das Navi mitten durch enge Innenstädte geschickt hat. Luna lässt sich verhältnismäßig leicht rangieren und der Wendekreis ist deutlich kleiner, als man bei einem Wohnmobil dieser Größe annimmt. In den Städten hat uns eine einfache Beobachtung geholfen. Wo ein Linienbus fährt, passt Luna auch durch.

Dethleffs Globetrotter XLi in Silber von der Seite auf einem nassen Rastplatz bei Regen

In Schweden haben wir auf jedem Supermarktparkplatz einen Platz gefunden. In Deutschland waren wir einmal bei einem großen Kaufland, auch das ging ohne Probleme. Kleinere Parkplätze von Aldi oder Lidl sind manchmal knapp, dort stellen wir uns ganz an den Rand, damit wir sicher hinein- und wieder herauskommen. Auf der Hinfahrt haben wir in Schleswig-Holstein bei einem KFC einfach zwei Parkplätze auf einmal belegt. Wie sich ein Wohnmobil über 3,5 Tonnen im Alltag sonst fährt und parkt, haben wir in einem eigenen Beitrag zusammengefasst.

Eng wurde es nur an manchen Tankstellen. Nach ein paar Tagen haben wir gezielt nach Tankstellen mit breiter Einfahrt und breiter Ausfahrt gesucht, damit war auch das erledigt. Wenn du deinen ersten Wohnmobil-Urlaub mit einem großen Fahrzeug planst, achte genau darauf. Wir haben vom Seitenwind kaum etwas gemerkt, auch nicht auf der Storebælt- und der Öresundbrücke, obwohl es dort ziemlich windig war. Nur beim Vorbeifahren an einem Lkw gab es kurz eine leichte Sogwirkung. Auch die Sorge vor der Nacht irgendwo im Nirgendwo hat sich nicht bestätigt. Wir hatten in der Regel einen vorab gebuchten Platz, die eine Nacht auf einem Autohof kurz nach dem Start war ungeplant und auch dort standen wir sicher.

Zweimal Platten unter den Hubstützen in sechs Wochen

Die Unterlegplatten für die Hubstützen haben wir im ganzen Urlaub genau zweimal gebraucht. Auf dem Grünen Fleckchen in Hamersleben war die Wiese so weich, dass die Teller sonst eingesunken wären. In Älmhult fiel die Wiese so stark ab, dass die Stützen den Höhenunterschied allein nicht geschafft haben. Auf allen anderen Plätzen haben die Stützen den Untergrund allein ausgeglichen, wie das funktioniert, steht im Beitrag zu den Hubstützen am Wohnmobil. Ohne die Anlage würde das Ausrichten auf schiefen Plätzen schnell eine Viertelstunde dauern, mit mehrfachem Vor- und Zurücksetzen. Auf nassen Wiesen haben wir uns kein einziges Mal festgefahren, obwohl man genau das in Foren ständig liest, Luna ist mit gut 5,3 Tonnen höchstens etwas eingesunken. Steckengeblieben sind wir nur einmal, im losen Schotter beim Platzwechsel in Älmhult, wie das passiert ist, steht im Beitrag zu First Camp Sjöstugan.

Ausgefahrene Hubstütze des Wohnmobils steht auf einer schwarzen Stützplatte im Gras, daneben der Reifen

Zu dritt in einem Raum ging gut

Wir sind uns nicht auf die Nerven gegangen, obwohl Luna im Grunde aus einem großen Raum besteht. Vorne über dem Cockpit hängt das Hubbett und das hat einen Vorhang. Dorthin konnte sich Raik zurückziehen und hatte so ein bisschen Privatsphäre, das hat sehr gut geklappt. Abends sitze ich meistens auf dem Fahrersitz, Maria neben mir mit den Füßen auf der ausziehbaren Bank und Raik fläzt sich in die Sitzecke. Ab Älmhult waren wir dann zu zweit, dort haben Freunde Raik mit nach Deutschland genommen. Auch die Regentage waren entspannter als befürchtet, auf Ryda Gård gehörten sie sogar zu den ruhigsten Tagen der ganzen Reise. Wer bei uns wo schläft und wie sich die Betten nach sechs Wochen anfühlen, steht im Beitrag zu den Einzelbetten im Wohnmobil und dem Hubbett.

Blick in den Wohnraum von Luna am Abend, der Fernseher läuft, auf dem Tisch stehen eine Vase und die Fernbedienung.

Wasser, Gas und Klimaanlage haben gereicht

Mit dem Frischwasser sind wir immer ausgekommen. Wir haben den Tank nie mehr als zu drei Vierteln gefüllt, damit das Wasser bei Wärme nicht zu lange darin steht. Wo es eine Außenküche oder einen Spülraum gab, haben wir dort gespült, das schont auch den Grauwassertank. Den Fäkalientank haben wir zum ersten Mal nach sechs Tagen geleert. Weil unsere Tankanzeigen bis heute defekt sind, haben wir mit dem 40-Liter-Abwassertaxi nachgezählt, es waren zweieinhalb Füllungen, also knapp 100 Liter. Länger hält der Tank, wenn man tagsüber die Sanitärgebäude der Plätze nutzt.

Den Gasherd wollten wir anfangs gar nicht benutzen, gekocht haben wir mit dem Multikocher. Im Lauf der Reise kam das Kochfeld dann doch zweimal zum Einsatz und mit dem Weber Traveler Compact haben wir mehrfach gegrillt. Trotzdem hatte ich ständig im Hinterkopf, dass uns das Gas ausgehen könnte, denn ein Messgerät hatten wir nicht dabei. Vor den Herbstferien im Oktober habe ich die Flaschen zum ersten Mal mit einem Gasprüfer gemessen. Die erste Flasche war noch zu einem Drittel voll. Die zweite ist bis heute nicht angebrochen, auch nach der knappen Woche, die wir im Oktober noch einmal unterwegs waren.

An den wirklich warmen Tagen in Schweden lief tagsüber die Dachklimaanlage. Sie ist ziemlich laut, kühlt den Wagen aber zuverlässig herunter. Nachts haben wir sie nie gebraucht, da hat es gereicht, die große Dachhaube offen zu lassen. Die Sorge, im Wohnmobil-Urlaub entweder zu schwitzen oder zu frieren, hat sich damit in beide Richtungen erledigt.

Wir saßen seltener draußen als geplant

Ich hatte mir vorgestellt, dass wir viel öfter und viel länger draußen sitzen. Dafür hatten wir einen Teppich für unter den Tisch dabei, einen Sonnenschutz für die Markise und noch einiges mehr. Auf vielen Campingplätzen war die Fläche vor dem Wohnmobil allerdings ziemlich abgetreten und fast immer war in den nächsten Tagen irgendwo Regen angesagt. Wird der Teppich nass, muss er bis zur Abfahrt wieder trocken werden und darauf hatte ich keine Lust. Wir haben ihn deshalb ein einziges Mal ausgelegt.

Zwei Campingstühle und ein Falttisch stehen auf dem gemähten Rasen am Hang, dahinter der See Åsunden.

Mit dem Rest sind wir genauso pragmatisch umgegangen. Die Markise haben wir jeden Abend eingefahren, das kostet drei bis vier Minuten und danach muss man sich weder über Wind noch über Regen Gedanken machen. Sobald Regen angesagt war, kamen die Campingstühle in den Wagen und den Campingtisch haben wir umgekippt, damit kein Wasser darauf stehen bleibt. Den Grill haben wir nach dem Benutzen abkühlen lassen, sauber gemacht und gleich wieder verstaut. Auf diese Weise sind wir den meisten Problemen schon im Vorfeld aus dem Weg gegangen und für vieles hatten wir nach wenigen Tagen eine Routine.

Was beim nächsten Wohnmobil-Urlaub zu Hause bleibt

Wir hatten viel zu viel Kram dabei, gerade am Anfang war in Luna dadurch wenig Platz. Davon fliegt jetzt eine Menge raus. Der große Teppich bleibt zu Hause, ebenso Raiks E-Scooter, sobald Raik nicht mehr mit in den großen Urlaub fährt, dazu jede Menge Kleinigkeiten, die man vielleicht hätte brauchen können. Knapp 100 Dosen alkoholfreies Bier würde ich auch nie wieder mitnehmen. Vor Ort zu kaufen ist am Ende etwas teurer, dafür fährt man das Leergut nicht sechs Wochen lang spazieren.

Zwei Dinge haben sich dafür voll bewährt. Der Wassersprudler war eine hervorragende Investition, nur die vielen Ersatzkartuschen hätten wir nicht gebraucht, weil man sie in Schweden auch kaufen kann. Auch die Kapselmaschine Qbo ONE war eine gute Idee. Mit der Menge an Kaffee lagen wir genau richtig. Im Großen und Ganzen hat die Ausstattung für unseren Wohnmobil-Urlaub gepasst, wir hatten nur von allem zu viel.

Entspannter als die Jahre auf dem Boot

Vor der Reise waren wir unsicher, ob uns im ersten großen Wohnmobil-Urlaub das Boot fehlen würde. Fünf Jahre lang hatten wir eine Motorjacht in Kroatien, wie es dazu kam und warum wir sie verkauft haben, steht in Vom Boot zum Wohnmobil. Dort ging ständig etwas kaputt und irgendwann war die Sorge größer als die Freude. Wir haben sehr schnell gemerkt, dass Campen für uns entspannter ist. Maria hatte sehr viele schöne Momente und gefühlt mehr Freizeit als auf dem Boot. In der Marina kannten wir fast jeden und waren deshalb ständig mit anderen unterwegs, mit Luna waren wir viel mehr für uns. Das hat gutgetan.

Michael und Maria mit Sonnenbrillen am Strand, hinter ihnen die Brandung und der weite Sandstrand.

Kleine Stellplätze gefallen uns besser als Campingplätze

Wir waren alle paar Tage auf einem neuen Platz und das kommt mir sehr entgegen, weil ich gern Neues sehe und erlebe. Vorher hatte ich die Sorge, dass mir kein Platz gut genug ist. Ich suche gern nach dem perfekten Platz und den gibt es nicht. Am Ende waren so viele gute Plätze dabei, dass ich viele davon jederzeit wieder anfahren würde, richtige Reinfälle gab es nur sehr wenige.

Gezeigt hat sich auch, dass ich kleine Stellplätze viel lieber mag. Auf richtigen Campingplätzen waren wir nur dreimal, auf First Camp Sjöstugan in Älmhult und im Västervik Resort, beide wegen Freunden, dazu auf Galsklint Camping in Middelfart in Dänemark. Auf keinen der drei würde ich wieder hinfahren. Mir waren dort zu viele Menschen, alles war durchorganisiert und Ruhe oder Aussicht gab es nicht.

Luna steht mit dem Heck zur Kamera auf der Wiese, rechts daneben liegt der Kvarnsjön, links eine Picknickbank unter Kiefern.

Für uns gehört zu einem guten Wohnmobil-Urlaub ein kleiner Platz, den wir über Campcation oder Hinterland finden, so wie den Hof von Helge und Claudia in Hartenholm. Wichtig ist uns, dass man dort Grauwasser und Schwarzwasser entsorgen kann. Im besten Fall steht noch eine Waschmaschine bereit, mehr brauchen wir nicht.

Eine Waschmaschine hat uns gefehlt

Das Einzige, was wir im ganzen Wohnmobil-Urlaub wirklich vermisst haben, ist eine eigene Waschmaschine. Gewaschen haben wir trotzdem, am Ende hat es immer geklappt, unter anderem in Nyfors, in Älmhult und auf Dalskärs Camping in Bergkvara. Danach hing die Wäsche auf unserer Wäschespinne neben Luna. Auf Campingplätzen bekommt man die Maschine allerdings oft nur in Zeitfenstern von zwei oder drei Stunden. Das Waschen selbst war günstig, auf Dalskärs Camping haben wir für viermal Duschen und einen Waschgang zusammen rund 4 Euro bezahlt (Stand August 2026). Zwischendurch kurz eine Ladung zu waschen, ist deutlich bequemer. Wir überlegen deshalb, uns noch eine Waschmaschine in Luna einbauen zu lassen.

Michael Lengemann
Geschrieben von

Ich bin Michael, 50, aus der Oberpfalz. Zusammen mit meiner Frau Maria führe ich eine Agentur für SEO und GEO, nebenher schreibe ich Psychothriller. Fünf Jahre lang hatten wir ein Boot in Kroatien und wissen seitdem, wie zuverlässig so etwas Geld frisst. Seit 2026 sind wir mit Luna unterwegs, einem Dethleffs Globetrotter XLi, im Schnitt 13 bis 16 Wochen im Jahr. Rund den halben Tag arbeiten wir aus dem Wohnmobil, der Rest gehört den Orten, an denen wir stehen. Beides steht in diesem Logbuch.

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