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Drei Achsen zwei Laptops ein Wohnmobil

Hubstützen am Wohnmobil: Kosten, Nutzen und Alltag

Ratgeber · 9. August 2026 zuletzt ergänzt am 18. August 2026
Bedientablet der E&P-Hubstützanlage mit dem Menü Automatik Modus und den Punkten Nivellieren, Schlafposition und Entwässerungsposition

8.900 Euro netto haben wir für die Hubstützen am Wohnmobil bezahlt, und es ist die Anschaffung, die uns im Alltag am meisten bringt. Wir fahren sie an jedem Platz aus, auch wenn der Boden eben aussieht. Was die Anlage gekostet hat, was sie außer Nivellieren noch kann und was bei den bisherigen Ausfällen passiert ist, steht hier.

8.900 Euro netto für die Nachrüstung

Ab Werk war bei unserem Dethleffs Globetrotter XLi keine Anlage verbaut. Nachgerüstet wurde sie vor der Auslieferung von der Firma Stabler, einem Fachbetrieb für solche Anlagen, dafür ist das Wohnmobil rund 200 Kilometer dorthin gefahren worden. Bezahlt haben wir 8.900 Euro netto, ein Betrag, über den man zweimal nachdenkt.

Was ein solcher Einbau heute kostet, hängt vom Fahrzeug ab. Bei einem Integrierten mit Doppelachse ist der Aufwand größer als bei einem leichten Kastenwagen, und das schlägt sich im Preis nieder. Wer eine Hubstützanlage nachrüsten will, sollte deshalb ein Angebot für das eigene Fahrzeug einholen, statt sich an Beträgen aus dem Netz zu orientieren. Rückblickend würden wir das Geld sofort wieder ausgeben.

Warum wir sie an jedem Platz ausfahren

Wir nutzen die Hubstützen wirklich jedes Mal, unabhängig davon, wie eben der Untergrund wirkt. Der Grund ist weniger die Schräglage als der Stand selbst. Ein Wohnmobil auf Federn und Reifen gibt bei jedem Schritt nach, es wippt, wenn jemand aufsteht, und es schaukelt, wenn sich nachts jemand umdreht. Sobald die Stützen abgesenkt sind, steht Luna fest auf vier Punkten und bewegt sich nicht mehr.

Für uns ist das der größte Komfortgewinn an Bord. Wir haben bisher keine einzige Nacht ohne ausgefahrene Stützen geschlafen. Wer im Wohnmobil arbeitet, merkt den Unterschied auch tagsüber, weil der Laptop auf dem Tisch bei jedem Schritt durch den Wagen mitwackelt. Auf einem festen Stand fällt das weg.

Nivellieren dauert zwei bis drei Minuten

Bedient wird die Anlage über ein kleines Tablet, das im Fahrerhaus an der Wand hängt und dort auch geladen wird. Zum Ausfahren nimmt man es ab und startet den Vorgang, der Rest läuft von allein. Das Ausfahren dauert zwei bis drei Minuten, je nachdem, wie schief das Fahrzeug steht. Am Ende piept das Tablet, auf dem Bildschirm erscheint ein großer blauer Haken, und dahinter zeigt eine Waage an, dass beide Achsen im Lot sind.

Erst dann steigen wir aus und bauen den Rest auf. Wer sein Wohnmobil ohne Anlage nivellieren will, arbeitet mit Auffahrkeilen und Wasserwaage, und das dauert bei jedem Versuch von vorn. Auf einer Wiese mit weichem Boden wird daraus schnell eine Viertelstunde, bei der man mehrfach vor- und zurücksetzt. Genau diese Zeit spart die Anlage an jedem einzelnen Platz.

Im August 2026 hat uns die Anlage auf dem Västervik Resort in Schweden ihre Grenze gezeigt. Der Stellplatz, den wir gebucht hatten, lag direkt am Meer und fiel so stark ab, dass einer der Zylinder nicht weiter ausfahren konnte, obwohl genau das nötig gewesen wäre. Auf dem Tablet stand sinngemäß, die maximale Zylinderlänge sei erreicht, und Luna blieb schief stehen. Bis zu welchem Gefälle die Anlage es schafft, können wir daraus nicht ableiten, dafür fehlt uns eine Messung. Am Ende hat der Platzwechsel geholfen, den uns die Rezeption ohne Umstände erlaubt hat.

Was die Anlage außer Nivellieren noch kann

Das Menü im Automatik-Modus kennt drei gespeicherte Stellungen, nämlich Nivellieren, Schlafposition und Entwässerungsposition. Hinter der Schlafposition steckt eine Ausrichtung mit leicht erhöhtem Kopfende, die sich einmal einstellen, speichern und danach per Knopfdruck anfahren lässt. Wir nutzen sie bisher nicht, uns reicht die waagerechte Stellung zum Schlafen.

Die Entwässerungsposition nutzen wir seltener, sie ist dafür umso praktischer. Die Anlage stellt das Fahrzeug dabei bewusst schief, damit Grauwasser und Schwarzwasser vollständig ablaufen. Ohne diese Möglichkeit bleibt in jedem Tank ein Rest stehen, den man nur durch Rangieren oder Anheben herausbekommt. Gerade bei einem langen Fahrzeug mit Doppelachse sammelt sich dieser Rest zuverlässig an der falschen Stelle. Ein Knopfdruck spart hier jedes Mal Zeit und macht das Entsorgen sauberer.

Auch wiegen kann die Anlage. Der Ablauf ähnelt dem Nivellieren, geht allerdings weiter. Die Stützen fahren so weit hoch, bis alle Räder in der Luft hängen, und genau das muss man am Tablet noch einmal bestätigen. Danach lässt die Anlage das Fahrzeug kontrolliert ab und zeigt das Ergebnis an, aufgeteilt nach Vorderachse, Hinterachse und Gesamtgewicht.

Bei Luna standen vor der Abreise 5.330 Kilo auf dem Display, davon 2.370 auf der Vorderachse und 2.960 auf der Hinterachse, bei zulässigen 5.400 Kilo. Diese Zahl bekommt man sonst nur auf einer öffentlichen Waage, und dort auch nur, wenn man hinfährt. Welche vier Wege es sonst noch gibt, steht im Ratgeber zum Wohnmobil wiegen. Warum die Zahl bei einem Fahrzeug über 3,5 Tonnen so wichtig ist, steht im Ratgeber zum Wohnmobil über 3,5 Tonnen.

Zwei Ausfälle bisher, beide mit einem Reset behoben

Ehrlich gehört dazu, dass die Anlage bei uns bisher zweimal ausgefallen ist, beide Male kurz vor dem Urlaub. Einmal fuhr eine der hinteren Stützen nicht mehr aus, nachzulesen im Beitrag Eine defekte Hubstütze und keine Rückmeldung. Was genau die Ursache war, wissen wir bis heute nicht, vermutlich hatte sich schlicht die Software aufgehängt.

Gekostet hat uns die Sache nichts, denn ein Reset der Anlage hat beide Male gereicht. Wie dieser Reset Schritt für Schritt läuft, steht im Beitrag Hubstützen zurückgesetzt. Wer vor demselben Problem steht, sollte diesen Reset kennen, bevor er einen Werkstatttermin sucht. Zwei Ausfälle in der ersten Saison sind trotzdem eine Zahl, die wir im Blick behalten.

Für wen sich die Anschaffung lohnt

Die üblichen Bedenken haben sich bei uns nicht bestätigt. Die Bodenfreiheit ist unverändert brauchbar, wir sind mit eingefahrenen Stützen bisher nirgends aufgesetzt. Das Zusatzgewicht fällt durch die Auflastung auf 5.400 Kilo kaum ins Gewicht, bei einem Fahrzeug knapp unter 3,5 Tonnen wäre diese Rechnung eine andere. Wartung hat die Anlage bisher keine gebraucht, und das Geräusch beim Aus- und Einfahren dauert zwei bis drei Minuten, danach ist Ruhe.

Wer überwiegend auf befestigten Stellplätzen steht und alle zwei Tage weiterfährt, kommt mit Auffahrkeilen für ein paar Euro gut zurecht. Sobald man länger an einem Platz bleibt, auf Wiesen steht und im Fahrzeug arbeitet, ändert sich die Rechnung. Wir würden heute kein neues Wohnmobil mehr ohne Hubstützen kaufen, dafür ist der Unterschied im Stand zu deutlich. Die Wiegefunktion kommt als Argument dazu, weil sie bei einem schweren Integrierten regelmäßig gebraucht wird. Teuer bleibt die Anlage trotzdem, und diese Entscheidung muss jeder für sein eigenes Reiseprofil treffen.

Michael Lengemann
Geschrieben von

Ich bin Michael, 50, aus der Oberpfalz. Zusammen mit meiner Frau Maria führe ich eine Agentur für SEO und GEO, nebenher schreibe ich Psychothriller. Fünf Jahre lang hatten wir ein Boot in Kroatien und wissen seitdem, wie zuverlässig so etwas Geld frisst. Seit 2026 sind wir mit Luna unterwegs, einem Dethleffs Globetrotter XLi. Rund den halben Tag arbeiten wir aus dem Wohnmobil, der Rest gehört den Orten, an denen wir stehen. Beides steht in diesem Logbuch.

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