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Drei Achsen zwei Laptops ein Wohnmobil

Öresundbrücke: Kosten und Maut fürs Wohnmobil

Ratgeber · 3. August 2026
Blick über die Fahrbahn der Öresundbrücke Richtung Dänemark, am Horizont die Skyline von Kopenhagen

Am 3. August 2026 sind wir mit Luna über die Öresundbrücke nach Schweden gefahren, zwei Stunden nach der Storebeltbrücke. Bezahlt haben wir 364 dänische Kronen, also rund 49 Euro für ein Wohnmobil von 8,61 Metern. An der Zahlstelle wären es 1.040 Kronen gewesen. Den Unterschied macht ein Rabattvertrag namens ØresundGO, der die Öresundbrücke-Maut auf gut ein Drittel senkt und sich schon auf der Hinfahrt bezahlt gemacht hat.

Was die Öresundbrücke fürs Wohnmobil kostet

Die Preise der Öresundbrücke hängen allein an der Länge des Fahrzeugs. Ein Wohnmobil zwischen sechs und zehn Metern zahlt an der Zahlstelle 1.040 Kronen, mit vorab gekauftem Online-Ticket 930 Kronen und mit ØresundGO 364 Kronen. Damit liegen die Kosten der Öresundbrücke für dasselbe Fahrzeug je nach Buchungsweg fast dreifach auseinander.

FahrzeugZahlstelleOnline-TicketØresundGO
Pkw bis 6 m520 DKK465 DKK182 DKK
Wohnmobil 6 bis 10 m1.040 DKK930 DKK364 DKK
Wohnmobil über 10 m1.655 DKK1.485 DKK725 DKK
Preise laut Betreiber, Stand 18. Mai 2026. Dazu kommt bei ØresundGO die Jahresgebühr von 370 Kronen.

Ein Gespann aus Pkw und Wohnwagen fällt in dieselben Stufen, gerechnet wird dann die Gesamtlänge von Zugfahrzeug und Anhänger zusammen. Motorräder zahlen deutlich weniger, laut Betreiber 36 Euro an der Zahlstelle und 13 Euro mit dem Rabattvertrag. Weil sich die Beträge ändern können, lohnt vor der Abfahrt ein Blick auf die offizielle Preisliste.

Bei der Öresundbrücke zählt allein die Länge

Für schwere Wohnmobile ist das die wichtigste Zahl des ganzen Themas. Luna wiegt beladen 5.330 Kilo und liegt damit weit über der Grenze von 3.500 Kilo, an der in Dänemark sonst ständig etwas hängt. Für die Öresundbrücke-Maut spielt das Gewicht an keiner Stelle eine Rolle, gemessen wird die Länge, und bei 8,61 Metern landen wir in der Klasse bis zehn Meter.

Am Storebælt läuft es anders. Dort hängt der Rabattvertrag Storebælt Privataftale an einem zulässigen Gesamtgewicht bis 3.500 Kilo, und schwere Fahrzeuge bleiben außen vor. Wer beide Brücken fährt, sollte diese zwei Regeln auseinanderhalten, weil sie im Netz oft zusammengeworfen werden.

Wie die Länge gemessen wird

Die Preisklassen richten sich nach der Gesamtlänge im Moment der Überfahrt. Luna liegt mit 8,61 Metern bequem in der mittleren Klasse, nach oben sind es noch fast anderthalb Meter Luft. Heikel wird es für alle, die knapp unter zehn Metern liegen, denn zwischen den beiden Klassen liegen bei ØresundGO 361 Kronen Unterschied.

Ob Anbauteile wie ein Fahrradträger am Heck bei der Öresundbrücke mitgerechnet werden, steht auf der Preisliste des Betreibers nicht, und wir haben es selbst nicht ausprobiert. Am Storebælt wird nach unserer Recherche alles mitgemessen, was im Moment der Überfahrt montiert ist. Wer mit Träger oder Dachbox nah an einer Grenze liegt, fragt das vor der Reise besser beim Betreiber nach.

Ohne Vertrag bleibt das Online-Ticket

Wer den Rabattvertrag nicht will, kauft die Überfahrt vorab als Online-Ticket und zahlt für ein Wohnmobil zwischen sechs und zehn Metern 930 statt 1.040 Kronen. Das Ticket ist nach Angaben des Betreibers 30 Tage gültig, ein eigenes Rückfahrticket gibt es nicht, zwei Überfahrten kosten schlicht das Doppelte. An der Zahlstelle selbst geht Kartenzahlung, Bargeld nimmt der Betreiber nur in dänischen und schwedischen Kronen an.

Spontan an der Kasse zu zahlen ist damit die teuerste aller Varianten. Selbst für eine einzige Überfahrt ohne Rückweg schlägt der Vertrag das Ticket, weil 364 Kronen plus 370 Kronen Jahresgebühr zusammen unter den 930 Kronen des Online-Tickets liegen. Anders sieht es nur aus, wenn du mit einem Pkw bis sechs Meter unterwegs bist und ganz sicher nie wieder über die Brücke fährst.

Wie ØresundGO in der Praxis funktioniert

Der Vertrag kostet 370 Kronen im Jahr und wird online abgeschlossen. Hinterlegt werden das Kennzeichen und ein Zahlungsmittel, ein Transponder für die Windschutzscheibe ist dafür nicht nötig. Nach Angaben des Betreibers lassen sich bis zu fünf Fahrzeuge im selben Kalenderjahr auf einen Vertrag legen, was für Familien mit Zugfahrzeug und Wohnmobil interessant ist.

An der Zahlstelle lief bei uns alles über die Kennzeichenerkennung, wir mussten weder ein Ticket ziehen noch eine Karte einstecken. Abgebucht wurde später über das hinterlegte Zahlungsmittel. Wir haben den Vertrag Mitte Juli abgeschlossen und damit rund zwei Wochen vor der Abfahrt, beim nächsten Mal würden wir das früher erledigen.

Warum sich der Vertrag sofort lohnt

Die Rechnung ist schnell gemacht. Zwei Überfahrten mit ØresundGO kosten 728 Kronen, dazu kommt die Jahresgebühr von 370 Kronen, macht 1.098 Kronen. Ohne Vertrag wären es an der Zahlstelle 2.080 Kronen für dieselben zwei Fahrten.

Für unsere Reise heißt das eine Ersparnis von rund 980 Kronen oder etwa 130 Euro, sobald wir im September wieder zurückfahren. Wer öfter als einmal im Jahr über die Brücke will, für den fällt die Jahresgebühr ab der zweiten Reise gar nicht mehr ins Gewicht. Wer die Kosten der Öresundbrücke für eine Reise überschlägt, rechnet deshalb am besten mit dem Rabattpreis und legt die Jahresgebühr einmal obendrauf.

Für welche Fahrzeuge sich der Vertrag rechnet

Der Betreiber führt die Beträge auch in Euro, und damit lässt sich schnell durchrechnen, wo die Jahresgebühr von 51 Euro wieder hereinkommt. Ein Wohnmobil zwischen sechs und zehn Metern zahlt mit dem Vertrag 50 Euro je Fahrt, ohne ihn 128 Euro als Online-Ticket und 144 Euro an der Kasse. Für eine Hin- und Rückfahrt heißt das 151 Euro mit Vertrag gegen 256 Euro mit Ticket, die Sache ist also nach einer einzigen Reise entschieden.

Beim Pkw bis sechs Meter liegt der Vertrag mit 101 Euro ebenfalls vor den 128 Euro für zwei Online-Tickets. Nur beim Motorrad kippt die Rechnung, denn 13 Euro je Fahrt plus Jahresgebühr ergeben 77 Euro, während zwei Online-Tickets 64 Euro kosten. Wer mit dem Motorrad einmal im Jahr rüberfährt, bleibt also besser beim Ticket, ab der zweiten Reise dreht sich das Bild.

Wie die Überfahrt tatsächlich abläuft

Die Öresundbrücke besteht aus drei Teilen, nämlich einem Tunnel auf dänischer Seite, der künstlichen Insel Peberholm und der Hochbrücke nach Malmö. Erlaubt sind 90 Kilometer pro Stunde im Tunnel und 110 auf der Insel und der Brücke, an der Mautstation gelten 30. Für ein 3,04 Meter hohes Wohnmobil ist das entspanntes Fahren, solange kein Seitenwind steht.

Die Zahlstelle liegt auf der schwedischen Seite, du fährst also erst durch Tunnel und über die Brücke und zahlst danach. Wer ØresundGO hat, ordnet sich auf der entsprechenden Spur ein, alle anderen nehmen die Spuren für Karte oder Bargeld. Danach beginnt sofort Schweden mit Tempo 110 auf der E20 Richtung Malmö.

Wann Wind die Überfahrt stoppt

Bei Sturm wird die Öresundbrücke gesperrt, und hohe Fahrzeuge trifft es zuerst. Nach den Angaben mehrerer Reiseportale beginnen die Einschränkungen für Wohnmobile bei rund 20 Metern je Sekunde, für Motorräder früher, und ab etwa 25 Metern je Sekunde ist auch für Pkw Schluss. Der Betreiber selbst nennt auf seinen Verkehrsseiten keine festen Schwellen und entscheidet nach Lage.

Wir hatten Anfang August ruhiges Wetter und haben davon nichts gemerkt. Im Herbst und Winter kommen solche Sperrungen mehrmals pro Saison vor, deshalb gehört der aktuelle Status vor der Abfahrt auf die Liste. Der Betreiber zeigt ihn auf seiner Seite mit den Verkehrsinformationen, dort stehen auch Baustellen und Wartezeiten.

Die Fähre als Alternative zur Brücke

Rund 45 Kilometer nördlich der Öresundbrücke fährt die Fähre von Helsingør nach Helsingborg, betrieben von Øresundslinjen. Die Überfahrt dauert 20 Minuten, abgelegt wird tagsüber ebenfalls alle 20 Minuten, eine Reservierung ist damit selten nötig. Für Pkw und kurze Wohnmobile beginnen die Preise bei rund 26 Euro pro Überfahrt, für längere Fahrzeuge staffelt der Anbieter nach Länge.

Gefahren sind wir diese Strecke bisher nicht, die Zahlen stammen aus der Recherche und nicht aus eigener Erfahrung. Wer aus Norddeutschland kommt und ohnehin an der Küste entlangfährt, spart mit der Fähre je nach Tarif deutlich, verliert aber Zeit für Anfahrt, Einchecken und Überfahrt. Für uns gab die Strecke den Ausschlag, weil wir vom Storebælt kamen und die Brücke direkt auf dem Weg lag.

Was wir beim nächsten Mal anders machen

Für die Storebeltbrücke zwei Stunden vorher haben wir keinen Rabatt bekommen und 613 Kronen bezahlt, also rund 82 Euro für eine einzige Überfahrt. Der Wohnmobilvertrag des dortigen Betreibers endet bei 3.500 Kilo zulässigem Gesamtgewicht, und Luna liegt mit 5.400 Kilo weit darüber. Ein ØresundGO ändert daran nichts, es senkt allein den Preis der Öresundbrücke.

Wie beide Brücken zusammen zu Buche schlagen, steht in unserem Beitrag zur Maut in Dänemark und Schweden. Wer mit einem Wohnmobil über 3,5 Tonnen unterwegs ist, findet die Führerschein- und Kostenseite dieses Themas im Artikel über Wohnmobile über 3,5 Tonnen. Falls jemand Erfahrungen mit der Kündigung von ØresundGO hat, schreib uns gern, wir haben den Vertrag noch laufen.

Michael Lengemann
Geschrieben von

Ich bin Michael, 50, aus der Oberpfalz. Zusammen mit meiner Frau Maria führe ich eine Agentur für SEO und GEO, nebenher schreibe ich Psychothriller. Fünf Jahre lang hatten wir ein Boot in Kroatien und wissen seitdem, wie zuverlässig so etwas Geld frisst. Seit 2026 sind wir mit Luna unterwegs, einem Dethleffs Globetrotter XLi. Rund den halben Tag arbeiten wir aus dem Wohnmobil, der Rest gehört den Orten, an denen wir stehen. Beides steht in diesem Logbuch.

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