Lunas Logbuch Logo
Drei Achsen zwei Laptops ein Wohnmobil
Stellplätze · Deutschland
Sachsen-Anhalt

Stellplatz Hamersleben (Am Großen Bruch): Grünes Fleckchen am Herzspiel

Deutschland · Hamersleben
Unser Wohnmobil steht mit ausgefahrener Markise auf der Wiese, davor drei Campingstühle, dahinter eine große Eiche.
3,8 / 5
Platz ansehen und buchen Führt auf die Seite des Platzes. Wir verdienen daran nichts.
Sauberkeit
Lage
Ausstattung
Platzangebot
Preis-Leistung

Wann wir hier standen

  1. 1. August 2026 Nur der Abend. Nachdem hier die Toilette ausgefallen war, sind wir gegen 23 Uhr weitergefahren und haben die Nacht auf einem Autohof verbracht.

Das Grüne Fleckchen am Herzspiel ist ein Stellplatz am Ortsausgang von Hamersleben in der Börde, mitten in Sachsen-Anhalt. Er liegt an einer sehr wenig befahrenen Straße, zwischen Ortsrand und Naturschutzgebiet, und ist im Kern eine große, recht ebene Wiese. In der Nachbarschaft stehen Kühe, dazu hört man Hühner und Hähne. Gebucht wird der Stellplatz über Hinterland, ein Gastgeber vor Ort gehört dazu.

Wir haben hier am 1. August 2026 gestanden, es war die erste geplante Übernachtung unserer Schwedenreise. Aus der Nacht wurde am Ende keine, weil bei uns die Toilette ausfiel und wir gegen 23 Uhr weitergefahren sind. Am Platz lag das nicht.

Die Anfahrt nach Hamersleben ist einfach

Wir sind über Dörfer angefahren, das geht auch mit einem großen Wohnmobil entspannt. Von der Autobahn sind es nur ein paar Kilometer über Landstraßen, größere Orte muss man dabei nicht durchqueren. Kurz hinter dem Ortsausgang meldete das Navi, wir seien da, und wir standen an einer Stelle, an der eindeutig nichts war. Ein Stück weiter erkennt man die Wiese dann grob, dazu steht ein Schild am Rand. Ausgeschildert wie ein Campingplatz ist der Stellplatz in Hamersleben am Großen Bruch also nicht, man muss auf dieses Schild achten. Danach fährt man einfach auf die Fläche und sucht sich einen Platz. Für uns war es die erste Buchung über Hinterland überhaupt, entsprechend unsicher waren wir, ob wir richtig sind.

Weiche Wiese, Platten unter die Hubstützen

Beim Auffahren haben wir Abdrücke im Gras hinterlassen, in Ordnung war das trotzdem. Wir waren die einzigen Gäste und konnten uns die Fläche frei aussuchen. Die Wiese ist allerdings weich, und mit Lunas 5,4 Tonnen sind wir etwas eingesackt. Unter die Hubstützen mussten deshalb Unterlegplatten, ohne sie wären die Teller im Boden verschwunden. Wer ein schweres Wohnmobil auf diesen Stellplatz stellt, packt die Platten besser gleich mit ein und geht die Wiese vorher kurz zu Fuß ab, um zu sehen, wo der Boden trägt. Beim Platzangebot gibt es dafür nichts zu meckern, die Wiese ist groß und man steht so weit auseinander, wie man mag.

Rund 20 Euro ohne Strom und Wasser

Bezahlt haben wir rund 20 Euro für die Nacht, das ist ausgesprochen preiswert. Dafür bekommt man hier bewusst wenig. Toilette, Dusche und Strom gibt es auf diesem Stellplatz nicht, eine Wasserversorgung ebenso wenig. Der Anbieter weist das auf seiner Seite ausdrücklich so aus, überrascht wird also niemand. Wer hier steht, sollte autark unterwegs sein, wir haben den Abend komplett über Lunas Bordbatterie bestritten. Erlaubt sind ein Feuer in der bereitgestellten Feuertonne und Grillen mit Umsicht, die Tonne haben wir an dem Abend nicht genutzt. Für einen Stellplatz in Sachsen-Anhalt ist der Preis fair, gerade weil man die Wiese meistens für sich hat.

Micha, 13 Hennen und ein Kanister Wasser

Am Nachmittag kam Micha vorbei, dem der Stellplatz gehört. Er war ausgesprochen gesprächig und sehr freundlich, hat uns durch seinen Alltag hier erzählt und uns seine Hühner vorgestellt, 13 Hennen sind es. Die Eier verkauft er sehr günstig, bei unserem Besuch zehn Stück für 3 Euro. Auf unsere Frage nach Wasser hat er uns 20 Liter gereicht, ohne Umstände. Angemeldet hatten wir uns vorher online, begrüßt wurden wir hier trotzdem persönlich. Genau das ist der Unterschied zu den automatisierten Plätzen, die wir später in Schweden mehrfach hatten, wo Code und Kartenleser den Empfang übernehmen. Wer den Kontakt sucht, ist hier richtig, und wer lieber für sich bleibt, wird ebenfalls in Ruhe gelassen.

Ein Taubenschwänzchen an den Disteln

Das Wetter war an diesem Tag hervorragend, also kamen Markise, Campingtisch und Westfield-Stühle heraus. Wir haben den Nachmittag über gelesen und nichts weiter getan, ringsum war es sehr ruhig. Auf der Wiese neben uns standen Disteln, und daran schwirrte ein Taubenschwänzchen, das ich fotografieren konnte. Der Falter fliegt tagsüber und steht dabei wie ein Kolibri in der Luft, daher der Spitzname. Bestimmen ließ sich das Tier erst später, auf dem Bild sind die orangefarbenen Hinterflügel gut zu erkennen. Am Abend fällt das Licht flach über die Wiese, das ist der schönste Moment an diesem Ort. Für ein paar Fotos hatte sich der Nachmittag damit schon gelohnt.

Für wen dieser Stellplatz taugt

Als Zwischenstopp auf der Fahrt Richtung Norden ist das Grüne Fleckchen am Herzspiel eine sehr gute Wahl, vorausgesetzt, man braucht keine Sanitäranlagen. Die Sauberkeit bewerten wir mit fünf Sternen, weil es hier schlicht nichts gibt, was schmutzig sein könnte, die Ausstattung entsprechend mit zwei. Die Lage bekommt vier Sterne, die Landschaft rund um Hamersleben am Großen Bruch ist wirklich schön. Für uns selbst hat sich seit diesem Abend etwas geändert, wir wollen inzwischen eine Toilette am Platz haben. Deshalb würden wir diesen Stellplatz eher nicht noch einmal buchen. Der Grund liegt allein in der Ausstattung, die Micha bewusst so schlank hält und auf seiner Seite offen ausweist. Die Wiese, die Ruhe und die Landschaft rund um Hamersleben bleiben davon unberührt. Wie unsere erste Nacht ausging, steht im Logbuch unter Erste Nacht ohne Landstrom, und dann fiel die Toilette aus.

Bildergalerie
Michael Lengemann
Geschrieben von

Ich bin Michael, 50, aus der Oberpfalz. Zusammen mit meiner Frau Maria führe ich eine Agentur für SEO und GEO, nebenher schreibe ich Psychothriller. Fünf Jahre lang hatten wir ein Boot in Kroatien und wissen seitdem, wie zuverlässig so etwas Geld frisst. Seit 2026 sind wir mit Luna unterwegs, einem Dethleffs Globetrotter XLi, im Schnitt 13 bis 16 Wochen im Jahr. Rund den halben Tag arbeiten wir aus dem Wohnmobil, der Rest gehört den Orten, an denen wir stehen. Beides steht in diesem Logbuch.

Zurück zu den Stellplätzen