Am 1. August 2026 sind wir losgefahren, mit Kurs auf Schweden und sechs Wochen Zeit. Sechs Wochen Schweden mit dem Wohnmobil, zu dritt, in einem Fahrzeug. Die Strecke führte durch Deutschland und Dänemark und über zwei Brücken nach Malmö. Diesen Reisebericht schreiben wir unterwegs weiter, er wächst also mit der Reise.
Wir sind beide selbstständig und führen zusammen eine SEO-Agentur. Schweden mit dem Wohnmobil bedeutet bei uns deshalb vor allem, den Arbeitsplatz zu wechseln und die Aussicht zu verbessern. Ungefähr den halben Tag arbeiten wir, die andere Hälfte gehört uns. Wo genau die Grenze verläuft, entscheidet meistens das Wetter. Bei Regen sitzen wir länger am Laptop, bei Sonne klappen wir ihn früher zu.
Um halb acht los, vor dem Hauptstautag
Der 1. August war der erste Ferientag in Bayern und galt als einer der Hauptstautage des Sommers. Wir hatten uns vorgenommen, das Autobahnkreuz Hof vor zehn Uhr hinter uns zu haben, und sind dafür schon um halb acht losgefahren. Der Plan ging auf. Auf der Autobahn waren wir fast allein, am Kreuz Hof war nichts los, und wir kamen sehr gut durch.
Für mich war das die erste große Fahrt mit Luna. Den Führerschein dafür hatte ich erst kurz zuvor gemacht, und bis dahin hatte ich das Wohnmobil genau zweimal bewegt, einmal vom Stellplatz nach Hause und einmal zum Tanken. Entsprechend aufgeregt war ich. Nach der ersten Stunde war davon wenig übrig. Luna fährt sich ausgesprochen einfach. Überholen kommt ohnehin kaum in Frage, und schneller als 100 zu fahren bringt nichts, also wird das Fahren ruhig. Über einiges hatte ich mir vorher Gedanken gemacht, eingetreten ist davon nichts. Es hat sogar Spaß gemacht, so dahinzucruisen.
Raik saß die ganze Fahrt neben mir auf dem Beifahrersitz und fand die Sache am Anfang genauso spannend wie ich. Maria saß hinten und hat gearbeitet.
Maria hat auf der Autobahn durchgearbeitet
Das funktioniert über Starlink erstaunlich gut. Die Antenne arbeitet auf der Autobahn bis 120 km/h, bei unseren 100 gab es also keine Probleme. Bis heute hatten wir keinen einzigen Ausfall, der an Starlink selbst gelegen hätte. Einmal ist die Antenne überhitzt, weil wir das Rollo am Dachfenster geschlossen hatten. Seitdem bleibt es offen, solange Starlink läuft.
Praktisch ist beim Globetrotter, dass eine 12-Volt-Dose direkt in der Nähe sitzt. Dafür habe ich mir einen Adapter gekauft, der die Mini-DIN-Dose auf zwei normale 12-Volt-Anschlüsse aufteilt. So mussten wir keine Kabel quer durch den Wagen legen. Nachts schalten wir Starlink aus. Das Gerät blinkt blau und gibt ein leises, aber penetrantes Geräusch von sich, das in der Stille deutlich auffällt.
Toilettenausfall in Hamersleben, es war die Sicherung
Am Nachmittag kamen wir in Hamersleben an. Den Platz hatten wir über Hinterland gebucht, zum ersten Mal überhaupt, entsprechend unsicher waren wir, ob man dabei etwas falsch machen kann. Die Wiese war schnell gefunden, es war niemand da, und genau so stand es auch in der Beschreibung. Also haben wir uns einfach daraufgestellt. Wie der Platz im Einzelnen aussieht, steht im Stellplatzbeitrag zum Grünen Fleckchen am Herzspiel.
Luna wiegt beladen 5.330 Kilo bei 5.400 zulässigen, das können wir über die Hubstützanlage ablesen. In der Wiese sind wir damit ein wenig eingesunken. Dramatisch war das nicht, Spuren hinterlässt man trotzdem. Dann haben wir die Markise ausgefahren, die Hubstützen abgesenkt, und es war sofort gemütlich. Die Sonne schien, zu warm war es nicht, und wir haben die nächsten Stunden einfach draußen gesessen. Genau so hatten wir uns das vorgestellt.
Irgendwann kam Micha vorbei, dem die Wiese gehört und der sie über Hinterland vermietet, ein ausgesprochen netter Kerl. Ich habe ihn nach Wasser gefragt, und wir sind mit ihm mitgegangen und haben zwei Zehn-Liter-Kanister gefüllt. Bei der Gelegenheit hat er uns seine Hühner vorgestellt, dreizehn Stück, dreizehn Damen, wie er sagte. Zehn Eier haben wir für drei Euro mitgenommen und uns noch eine Weile mit ihm unterhalten.
Am Abend war schon alles wieder verstaut, weil es am nächsten Tag nach Hartenholm weitergehen sollte. Dann fiel die Toilette aus. Das lag an Luna und hatte mit dem Platz nichts zu tun, nachzulesen im Beitrag Erste Nacht ohne Landstrom, und dann fiel die Toilette aus.
Der erste Impuls war, die Reise abzubrechen und nach Hause zu fahren. Ohne Toilette an Bord nach Schweden zu fahren, erschien uns wenig sinnvoll. Ehrlich gesagt war ich in dem Moment auch ziemlich stinkig auf das Fahrzeug, das neu ist und schon einiges an Ausfällen hinter sich hat. Nach einer Weile haben wir uns anders entschieden und beschlossen, einen Dethleffs-Händler hinter Hamburg zu suchen und erst einmal regulär weiterzufahren.
Den nächsten Stellplatz, den wir über Hinterland gebucht hatten, mussten wir stornieren. Anspruch auf eine volle Rückerstattung hatten wir zu dem Zeitpunkt nicht mehr. Der Besitzer hat uns trotzdem den gesamten Betrag zurücküberwiesen, mit dem Hinweis, dann vielleicht beim nächsten Mal.
13 Euro für einen schmutzigen Autohof
Es war Samstag, und der Plan für die nächsten Tage stand schnell. Von Sonntag auf Montag wollten wir auf einen Campingplatz mit Sanitäranlagen, und Montagfrüh wollten wir bei Reisemobile Schwarz in Kayhude vorfahren und dort um Hilfe bitten. Den Abend haben wir noch damit verbracht, selbst nach der Ursache zu suchen, mit den Anleitungen und mit Hilfe von KI. An dem Abend hat uns das nichts gebracht.
Die Nacht haben wir dann auf einem Autohof verbracht. Die Toiletten dort waren sehr schmutzig, dafür standen wir sicher. Dreizehn Euro hat der Platz gekostet, dazu gab es einen Brötchengutschein über fünf Euro. Den haben wir am Sonntagmorgen eingelöst. Wenn schon die Sanitäranlagen nichts taugten, dann wenigstens ein anständiges Frühstück.
Bei Helge und Claudia kam Camping-Gefühl auf
Für die Nacht auf Montag hatte ich wieder über Hinterland gesucht und den Platz von Helge und Claudia in Hartenholm gefunden. Dort gab es Toiletten und sogar eine Dusche. Mit den beiden waren wir sofort im Gespräch und haben uns auf Anhieb gut verstanden. Ich mag den norddeutschen Dialekt sehr, und die beiden sprechen ihn. Mehr zum Platz steht im Stellplatzbeitrag zu Camping für Körper, Geist und Seele, dort geht es auch um die Pferde, die Schweine und die Highland-Rinder.
Auf dem kleinen Platz standen schon einige Fahrzeuge, im Lauf des Tages kamen zwei Holländer und ein deutsches Paar dazu. Wir haben uns vor die Pferdekoppel gestellt und Markise, Stühle und Tisch herausgeholt. Abends hatten wir keine Lust mehr zu kochen, aber noch Hunger, also haben wir uns über eine App Burger bestellt. Hier hat sich zum ersten Mal das Camping-Gefühl eingestellt, auf das wir uns bei dieser Reise gefreut hatten.
Zwei Brücken, 977 Kronen und ein falsches Navi
Am nächsten Morgen waren wir kurz nach neun beim Händler in Kayhude. Bis dahin funktionierte die Toilette schon wieder, weil wir die Ursache selbst gefunden hatten. Es war die Sicherung. Wie wir darauf gekommen sind, steht im Beitrag Dometic-Zerhackertoilette ohne Funktion. Mitgenommen haben wir von dort zwei Gläser mit Magnethalterung von silwy, die uns noch gefehlt hatten.
Danach ging es Richtung Dänemark. Das Navi war noch so eingestellt, dass Fähren nicht vermieden werden, und hat uns folgerichtig zum Fährhafen geschickt, mit einer Überfahrt nach Schweden als Ziel. Bis wir das gemerkt und die Strecke umfahren hatten, war anderthalb Stunden weg, und auf dem Umweg haben wir so ziemlich jeden Stau des Tages mitgenommen. Seitdem steht im Navi, dass Fähren vermieden werden sollen.
Die Fahrt durch Dänemark war danach entspannt. Auf der Autobahn sind dort 80 erlaubt, das nimmt viel Druck aus der Sache. Teuer wurden die beiden Brücken. Am Storebælt zahlten wir um halb sieben abends 613 Kronen, also rund 82 Euro. Für eine einzige Überfahrt mit dem Wohnmobil finde ich das ausgesprochen viel. Zwei Stunden später kostete die Öresundbrücke 364 Kronen, rund 49 Euro.
Den Unterschied macht ein Abo, das ich Mitte Juli für 370 Kronen abgeschlossen hatte, ØresundGO. Vorher war mir nicht klar, dass es ausschließlich für die Öresundbrücke gilt. Der Storebælt gehört einem anderen Betreiber und hat sein eigenes Rabattsystem. Wer also nur ØresundGO im Gepäck hat, zahlt an der ersten Brücke den vollen Preis. Dort gibt es zwar einen eigenen Wohnmobilvertrag, der deckelt die Überfahrt auf 314 Kronen. Er gilt allerdings nur bis 3.500 Kilo, und Luna wiegt deutlich mehr. Für alle, die mit einem schweren Integrierten unterwegs sind, bleibt es also beim vollen Preis. Alle Tarife der beiden Brücken und die Abgaben in Schweden haben wir im Ratgeber zur Maut in Dänemark und Schweden zusammengestellt.
Die erste Nacht in Schweden war ein Kontrast
In Vellinge südlich von Malmö kamen wir in der Dämmerung an. Nach den Plätzen davor war das ein Kontrastprogramm, weil es dort sehr schmutzig war und an Duschen gar nicht zu denken. Der Stellplatz selbst lag hübsch an einem kleinen Teich, wir hatten Strom, und in unserem Abschnitt standen wir allein. Alles Weitere steht im Stellplatzbeitrag zur Arrie Ställplats. Weil es bereits dunkel war, haben wir nur noch etwas gegessen und sind früh schlafen gegangen.
Die Abende im Wohnmobil sind eine eigene Erwähnung wert. Durch die Ambientebeleuchtung wird es drinnen sehr gemütlich. Über Starlink läuft der Fernseher mit Prime. Netflix bekommen wir bis heute nicht zum Laufen, es erscheint immer derselbe Fehlercode, und ausprobiert haben wir schon einiges. Falls jemand diesen Fehler kennt, schreibt uns gern. Ich sitze abends meistens auf dem Fahrersitz, Maria neben mir mit den Füßen auf der ausziehbaren Bank, und Raik fläzt sich in die Sitzecke. Die Abende vergehen dort erstaunlich schnell.
In Västervik haben wir Jan und Nicole überrascht
Am nächsten Tag ging es weiter nach Västervik. Dort standen Jan und Nicole, Freunde von uns, die von unseren Plänen nichts wussten. Sie gingen davon aus, dass wir nach Älmhult weiterfahren. Wir hatten Älmhult storniert und Västervik gebucht, um sie zu überraschen.
Jan hat noch gefragt, ob wir schon angekommen seien. Ich habe geantwortet, ja, gerade angekommen, ziemlich voll hier, ein ordentlich großer Platz. Die beiden haben bis zum Schluss nichts gemerkt. Vorher hatten wir herausgefunden, wo genau auf dem Gelände sie stehen, denn Västervik Resort ist wirklich groß. Dann sind wir mit den Rädern zu ihnen gefahren, und die Überraschung ist voll aufgegangen.
Am ersten Abend haben wir zusammen gegrillt, am nächsten Tag waren wir gemeinsam in der Stadt, und abends haben wir wieder zusammen gegessen. Mit Jan war ich in den Schären spazieren. Der Weg beginnt direkt am Campingplatz und war ausgesprochen schön.
Am Klämmingsbergsbadet mit Blick auf den See
Die Fahrt dorthin war entspannt. Wer Schweden mit dem Wohnmobil fährt, gewöhnt sich schnell an die 90, es geht insgesamt gemütlicher zu. Einmal standen wir kurz im Stau, am frühen Nachmittag waren wir da. Das Wetter war bis dahin jeden Tag schön, um die 20 bis 22 Grad, abends nie zu warm. Genau so gefällt es mir.
Wir hatten einen Platz ohne Strom reserviert und trotzdem den ersten in der Reihe bekommen, mit Blick auf den See. Es war etwas los, überfüllt war es nicht. Die Toiletten stehen nur den Campinggästen offen und waren funktional und einigermaßen sauber. Mehr dazu steht im Stellplatzbeitrag zum Klämmingsbergsbadet.
Es gab einen Raum zum Geschirrspülen, den wir abends genutzt haben. Das haben wir uns von Anfang an angewöhnt. Wo es eine Spülmöglichkeit gibt, spülen wir dort, damit der Grauwassertank nicht unnötig voll wird. Mit der Toilette halten wir es ähnlich. Nachts nutzen wir die im Wohnmobil, tagsüber gehen wir dorthin, wo wir gerade sind. Das Entleeren gehört nicht zu den schönsten Aufgaben, und so fällt es seltener an.
Abends haben wir dort zum ersten Mal auf dieser Reise gegrillt. Der Weber Traveler Compact hat auf Anhieb gut funktioniert.
In Nyfors haben wir viermal verlängert
Am nächsten Tag sind wir nach Nyfors weitergefahren, wieder an einen See. River Lodge Camping ist die Außenstelle eines Anbieters, der von hier aus Touren organisiert. Es gibt sechs Plätze für Wohnwagen und Wohnmobile, alle mit Strom, dazu eine Toilette. Gespült wird draußen unter einem Dach, was ziemlich lustig aussieht. Hinter dem Haus stehen Dusche und Waschmaschine, beides haben wir mitgebucht. Ein Ferienhaus zum Mieten gibt es ebenfalls, das stand leer. Die Sauna haben wir bisher ausgelassen. Grauwasser lässt sich hier unkompliziert entsorgen.
Wir standen auf Platz 5, und der ist der schönste von allen. Man steht dort etwas erhöht und schaut direkt auf den See. Von Platz 6 aus geht das auch noch, wenn man ein Stück weiter vorfährt. Die Plätze 1 bis 4 blicken eher ins Landesinnere, schön ist es dort ebenfalls.
Wir sind hier gewandert und Fahrrad gefahren. Mit Raik war ich außerdem einen Geocache suchen. Den haben wir nicht gefunden, dafür standen wir vor einer Hütte, in der Backpacker übernachten können. Drinnen gibt es eine Feuerstelle, und genau dort sollte der Cache eigentlich liegen. Wir haben etwas anderes gefunden, ein Logbuch der Leute, die in der Hütte übernachtet haben. Der erste Eintrag stammt von 1995. Maria war damals neun Jahre alt, Raik war noch nicht geboren, und ich hatte gerade meinen Schulabschluss in der Tasche.
Außerdem waren wir an einem Wasserfall in der Nähe, der uns sehr gefallen hat. Nyfors ist insgesamt ein Ort, von dem man nicht wegfahren möchte. Wir haben inzwischen viermal verlängert und bleiben bis zum 17. August. Damit kommen wir auf über eine Woche an einem einzigen Platz.
6,05 Kilometer im Kanu über den Långvattnet
Das Kanu haben wir direkt bei Nordic Discovery gebucht, dem Anbieter, zu dem auch das River Lodge Camping gehört. Ein ganzer Tag kostet umgerechnet knapp 50 Euro. Die Boote tragen bis zu 365 Kilo, drei Erwachsene sind damit kein Thema. Am Samstagvormittag sind wir los, bei 24 Grad und damit für schwedische Verhältnisse richtig warm, dazu genug Wolken vor der Sonne, dass es angenehm blieb.
Raik saß hinten, ich vorne, Maria in der Mitte. Gepaddelt haben Raik und ich, immer im Wechsel. Auf halber Strecke kam kräftiger Wind auf, und ab da kostete jeder Schlag mehr Kraft. Der Långvattnet zieht sich schmal nach Süden, an beiden Seiten steht der Wald bis ans Wasser. An einer Stelle wird der See so eng, dass wir zwischen zwei Ufern hindurchgepaddelt sind. Zwischendurch saß eine Libelle auf dem Sitzgurt im Boot.
Am Ende standen 6,05 Kilometer auf der Aufzeichnung, unterwegs waren wir rund drei Stunden. Eine schöne Erinnerung an diesen Urlaub.
Das kurze Video haben wir mit der Kamera direkt an der Wasseroberfläche aufgenommen. Sie taucht dabei immer wieder unter, und man sieht die Pflanzen auf dem Grund des Sees.
Ich bin Michael, 50, aus der Oberpfalz. Zusammen mit meiner Frau Maria führe ich eine Agentur für SEO und GEO, nebenher schreibe ich Psychothriller. Fünf Jahre lang hatten wir ein Boot in Kroatien und wissen seitdem, wie zuverlässig so etwas Geld frisst. Seit 2026 sind wir mit Luna unterwegs, einem Dethleffs Globetrotter XLi. Rund den halben Tag arbeiten wir aus dem Wohnmobil, der Rest gehört den Orten, an denen wir stehen. Beides steht in diesem Logbuch.




























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