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Stellplätze · Dänemark
Fünen

Galsklint Camping in Middelfart: am Lillebælt beim Wildpark

Dänemark · Middelfart
Luna steht auf der Wiese unter blauem Himmel mit Quellwolken, links ein weiteres Wohnmobil, im Hintergrund das Wasser des Lillebælt.
3,2 / 5
Anbieter · noordwind
Platz ansehen und buchen Führt auf die Seite des Platzes. Wir verdienen daran nichts.
Sauberkeit
Lage
Ausstattung
Platzangebot
Preis-Leistung

Wann wir hier standen

  1. 5. bis 6. September 2026

Galsklint Camping liegt an der Galsklintvej 11 in Middelfart auf Fünen, am westlichsten Punkt der Halbinsel Hindsgavl. Vor dem Platz liegt der Lillebælt, die Meerenge zwischen Fünen und Jütland, dahinter spannt sich die Brücke nach Jütland. Der Platz hat rund 100 Stellplätze und wird von noordwind betrieben, entstanden ist er nach dem Bau der Lillebæltsbro Mitte der 1930er Jahre. Auf drei Seiten grenzt er an den Wildpark Hindsgavl Dyrehave.

Wir stehen hier eine Nacht, vom 5. auf den 6. September 2026. Am selben Morgen sind wir an der Gessie Ställplats bei Vellinge gestartet und über die Öresundbrücke und den Storebælt nach Fünen gefahren. Das ist unser erster dänischer Platz in diesem Logbuch, nach sechs Wochen Schweden geht es für uns langsam zurück.

An der Tankstelle empfohlen bekommen

Diesen Platz (Galsklint Camping) haben wir einem Zufall zu verdanken. Beim ersten Tanken in Dänemark, am zweiten oder dritten Urlaubstag, sprach uns an der Zapfsäule gegenüber ein Mann mit Pickup an, zuerst unseren Sohn und dann mich, in perfektem Englisch. Er lobte das Wohnmobil und erzählte, ihm gehöre ein Campingplatz keine fünf Kilometer entfernt, direkt vor der Brücke und direkt am Wasser. Wir sollten doch vorbeikommen, wenn wir Lust hätten. Zu Hause haben wir uns den Platz angesehen, er gefiel uns auf Anhieb, und wir haben ihn uns für die Rückfahrt gemerkt. Sechs Wochen später hat es tatsächlich gepasst. So einen Tipp bekommt man selten, und dieser war gut.

Alles läuft über Self-Check-in

Personal gibt es hier keines mehr, die Rezeption ist unbesetzt. Man bekommt einen Code für die Einfahrt und einen für die Ausfahrt, das war es. Wer duschen will, lädt vorher Guthaben auf eine Karte, laut Betreiber kosten vier Minuten 10 Kronen. Der Kiosk ist ebenfalls Selbstbedienung, mit Scannerkasse und Kartenzahlung, im Sortiment stehen Alkohol, Snacks und ein paar Dinge, die man im Wohnmobil oder Zelt vergessen haben könnte. Das funktioniert alles reibungslos, wir haben die ganze Zeit niemanden gebraucht. Für einen Platz dieser Größe ist das eine erstaunlich schlanke Lösung. Wer eine Frage hat, greift dafür zum Telefon. Uns hat das für eine Nacht vollkommen gereicht.

Die Zufahrt führt durch den Wildpark

Der schönste Teil kommt vor dem Platz. Die Zufahrt geht mitten durch die Hindsgavl Dyrehave, über ein Weiderost, damit das Wild nicht auf die Straße kommt. Der Wildpark grenzt direkt an, hineingehen kostet nichts, und dort lebt Rotwild frei. Ein Schild am Eingang wies darauf hin, dass zwischen September und November Brunftzeit ist, für Besucher ungefährlich, solange man auf den Wegen bleibt. Hirsche bei den Kämpfen zu beobachten, wäre schon ein Erlebnis gewesen.

Daraus wurde bei uns nichts, weil es kurz nach der Ankunft heftig zu regnen anfing. Wir haben es beim Blick von der Wiese aus belassen. Wer hier im Herbst länger bleibt, sollte sich den Wildpark nicht entgehen lassen.

Große Küche, nur ein Toilettenhaus

Bei der Ausstattung ist einiges geboten. Es gibt einen Fernsehraum, eine wirklich große Küche mit mehreren Kochstationen, an denen viele Leute gleichzeitig arbeiten können, und einen überdachten Spülbereich draußen, an dem gut zehn Leute nebeneinander stehen. Das Servicegebäude aus Holz mit Grasdach sieht dazu ausgesprochen gut aus.

Beim Sanitär hakt es dann. Für ganz Galsklint Camping steht nur ein Toilettenhaus, in dem zwar mehrere Toiletten liegen, für die Größe des Platzes bleibt das trotzdem knapp. In den Duschräumen, in denen zusätzlich eine Toilette hängt, fehlten Seife und jede Möglichkeit, sich die Hände zu trocknen. Das ist ein vermeidbarer Mangel, deshalb geben wir bei der Ausstattung vier von fünf Sternen. Sauber war es dort, die Toiletten haben allerdings etwas gerochen, deshalb stehen auch bei der Sauberkeit vier Sterne. Nach einer Nacht wollen wir das nicht härter beurteilen.

377,50 Kronen für eine Nacht

Bei der Ankunft sah die Rechnung überschaubar aus, die Stromkosten kamen erst am Tag nach der Abreise per E-Mail dazu. Zusammen sieht eine Nacht zu zweit hier so aus (Stand September 2026):

  • Platzgebühr Kategorie 1: 87,00 Kronen
  • zwei Erwachsene: 191,00 Kronen
  • Stromanschluss inklusive Wasser: 14,50 Kronen
  • Stromverbrauch, 17 Kilowattstunden: 85,00 Kronen
  • Summe: 377,50 Kronen, umgerechnet rund 50,50 Euro

Der Punkt, der uns aufstößt, ist der Strom. 85 Kronen für 17 Kilowattstunden sind 5 Kronen je Kilowattstunde, also rund 67 Cent. Dänische Haushalte zahlen je nach Anbieter und Jahreszeit etwa 2,10 bis 2,80 Kronen, der Platz verlangt damit ungefähr das Doppelte des normalen Endkundenpreises. Zusätzlich zur Anschlussgebühr, die ohnehin fällig wird. Das finden wir frech, und genau deshalb bekommt Galsklint Camping bei der Preis-Leistung nur einen von fünf Sternen.

Schornsteine am Horizont und enge Parzellen

Weil wir nur eine Nacht bleiben, haben wir auf einen Platz direkt am Wasser verzichtet, am Ende haben wir trotzdem einen sehr nahen bekommen. Für die Lage vergeben wir vier von fünf Sternen, denn auf der anderen Seite des Belts stehen die Schornsteine einer Industrieanlage. Sie liegen hinter einem Waldstreifen, sichtbar bleiben sie dennoch. Der Blick auf den Lillebælt gleicht das für uns weitgehend aus.

Die Parzellen sind im Vergleich zu unseren letzten Plätzen eher klein. Sie reichen aus, um mit Stühlen davor zu sitzen, fünf Meter Luft nach allen Seiten hat man hier allerdings nicht. Mit den Naturcampingplätzen der letzten Wochen, auf denen wir teilweise allein standen, lässt sich das ohnehin nicht vergleichen. Drei Sterne beim Platzangebot treffen es damit gut. Als Etappe vor der Brücke würden wir wieder herkommen, und dann gern mit mehr Zeit für den Wildpark. Von hier ging es am nächsten Tag weiter nach Hartenholm und danach für drei Nächte auf den KNAUS Campingpark Hamburg.

Bildergalerie
Michael Lengemann
Geschrieben von

Ich bin Michael, 50, aus der Oberpfalz. Zusammen mit meiner Frau Maria führe ich eine Agentur für SEO und GEO, nebenher schreibe ich Psychothriller. Fünf Jahre lang hatten wir ein Boot in Kroatien und wissen seitdem, wie zuverlässig so etwas Geld frisst. Seit 2026 sind wir mit Luna unterwegs, einem Dethleffs Globetrotter XLi, im Schnitt 13 bis 16 Wochen im Jahr. Rund den halben Tag arbeiten wir aus dem Wohnmobil, der Rest gehört den Orten, an denen wir stehen. Beides steht in diesem Logbuch.

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