Der Grundriss unseres Dethleffs Globetrotter XLi heißt 7850-2 EB, und die zwei Buchstaben am Ende stehen für Einzelbetten. Dazu kommt das Hubbett über dem Fahrerhaus, in dem unser Sohn geschlafen hat. Nach sechs Wochen Skandinavien können wir sagen, was davon im Alltag trägt und was wir anders lösen würden. Wer vor der Wahl steht, ob Einzelbetten im Wohnmobil zu ihm passen, findet hier unsere Erfahrungen dazu.
Die Matratzen sind besser, als wir erwartet hatten
In den Einzelbetten im Heck liegen Schaummatratzen mit festem Kern und weicher Oberseite. Sie sind ausreichend dick, und darunter liegt ein echter Lattenrost, was den Unterschied zu einer Auflage auf einer geschlossenen Platte ausmacht. Ich schlafe auf dieser Matratze im Wohnmobil so gut wie zu Hause, und das hatte ich vorher nicht erwartet. Wer eine Matratze im Wohnmobil bisher nur als dünne Schaumplatte kennt, sollte sich diese Kombination ansehen, bevor er über einen Austausch nachdenkt.
Ich bin 1,97 Meter groß und stoße nirgends an. Die Breite von 80 Zentimetern entspricht dem, was wir zu Hause gewohnt sind, und im Alltag merkt man keinen Unterschied. Von den Polstern, die beide Betten zu einer durchgehenden Liegefläche verbinden, liegt bei uns nur das hintere zwischen den Kopfteilen. Das vordere haben wir herausgenommen, weil man so vom Bett direkt auf die Stufe gleiten kann. Mit dem vorderen Element ist die Höhe deutlich größer und man braucht die Leiter, was nachts auf dem Weg zur Toilette sehr unbequem ist. Für uns sind die Einzelbetten im Wohnmobil so die praktischste Lösung geblieben.
Einen Wunsch hätte ich trotzdem. Statt der Standard-Lattenroste würde ich ein Sieben-Zonen-Schlafsystem einbauen lassen, wie es CUBEcamp für Wohnmobile und Boote anbietet, weil der Druck dort gezielter verteilt wird. Manche hochwertigen Wohnmobile haben so etwas ab Werk drin, und es gibt eine Variante, bei der der Lattenrost darüber liegen bleibt. Ob wir das nachrüsten, haben wir noch nicht entschieden.

Was an den Einzelbetten im Wohnmobil gut gelöst ist
Die Kopfteile der Einzelbetten lassen sich hochstellen, und das nutzen wir öfter, als gedacht. Im Heck hängt ein zweiter Fernseher, der sich in die Mitte herausschieben lässt, sodass man ihn von beiden Betten aus im Blick hat. Er ist mit 24 Zoll deutlich kleiner als der im Wohnraum. Ein DVD-Player steckt darin, Smart-TV-Funktionen fehlen ihm, betreiben lässt er sich über die Satellitenanlage. Wie viele Menschen 2026 noch DVDs mitnehmen, ist eine andere Frage. Meistens läuft der Fernseher ohnehin vorn im Wohnraum, weil wir unsere Abende dort verbringen.
An beiden Seiten der Einzelbetten laufen schmale Schlitze zur Wand, unter denen die Radiatoren der Heizung sitzen. Dadurch kommt auch im Bett immer etwas Wärme an, ohne dass es zieht. Rundherum sind die Oberflächen abwaschbar, was auf Dauer wichtiger ist, als es klingt. An der Stelle, an der man mit dem Kopf an der Wand liegt, entsteht über die Jahre sonst ein Rand aus Schweiß und Haaren, den man in einem Wohnmobil nur schwer wieder loswird.

Zwei kleine Lichter, die den Unterschied machen
Sind alle Rollos unten, ist es im Heck vollständig dunkel. Für uns war das anfangs zu viel des Guten, weil man nachts nichts mehr sieht. Luna hat im Schlafbereich und im Wohnraum jeweils zwei kleine runde Bodenleuchten, die sich getrennt schalten und ganz herunterdimmen lassen. Ich habe sie so eingestellt, dass sie nur den Boden andeuten, und damit findet man nachts den Weg zur Toilette, ohne jemanden zu wecken. Das ist eine Kleinigkeit, die im Prospekt untergeht und die ich nicht mehr missen möchte. Zu Hause hilft in so einem Fall das Licht von draußen, im Wohnmobil gibt es das bei geschlossenen Rollos nicht. Wer viel frei steht, wird diese zwei kleinen Leuchten schnell zu schätzen wissen.
Drei Dinge, die uns im Heck stören
Die beiden USB-Anschlüsse sitzen mittig an der Decke. Wer sein Handy nachts lädt, hat dadurch immer ein Kabel im Raum hängen, und im Halbschlaf reißt man das Gerät damit quer durch Luna. Die 230-Volt-Steckdose im Heck sitzt ebenfalls oben. Uns ist bis heute nicht klar, welcher Gedanke dahintersteckt.
Der zweite Punkt ist das Kopfteil. Das ist ein bezogenes Brett von vielleicht anderthalb Zentimetern Stärke, das mit zwei kleinen Klötzchen auf Abstand zur Wand gehalten wird, damit die indirekte Beleuchtung dahinter wirken kann. Optisch ist das gelungen, beim Anlehnen knarzt es hörbar. Wertig wirkt das nicht, auch wenn wir verstehen, dass eine massive Lösung an dieser Stelle Gewicht gekostet hätte. Es ist eine von mehreren Stellen, an denen wir bei der Verarbeitung im Globetrotter XLi mehr erwartet hätten.
Der dritte Punkt ist eine fehlende Ablage. Für Handy, Brille und E-Book-Reader gibt es am Bett keinen Platz. Wir haben deshalb die jeweils letzten Oberschränke am Kopfende der Einzelbetten fast leer geräumt und legen unsere Sachen nachts dort hinein. Das ist eine Behelfslösung, eine bessere haben wir bisher nicht gefunden.
Stauraum gibt es unter den Einzelbetten im Wohnmobil reichlich. Dort liegen unsere Handtücher, die Ersatzbettwäsche und alles, woran wir höchstens einmal in der Woche gehen. Für Brille und Handy taugt das nachts nicht, deshalb bleibt es bei den leer geräumten Oberschränken.
Spannbettlaken fürs Wohnmobil sparen Falten
Die Matratzen der Einzelbetten sind an den Fußenden abgerundet, und mit normalen Spannbettlaken bekommst du dort Falten. Es gibt Laken, die genau für diese Form genäht sind, und der Unterschied ist deutlich sichtbar. Du musst dafür keine der teuren Ausführungen nehmen, die in den sozialen Netzwerken beworben werden. Bei den üblichen Händlern findest du dieselbe Machart für etwa die Hälfte, und sie hält genauso. Auf unseren Einzelbetten liegen Spannbettlaken für abgerundete Matratzen von Amazon (Affiliate-Link), die genau diese Form mitmachen.
Das Bettzeug bleibt bei uns tagsüber liegen. Ich falte es zusammen, sodass die Betten gemacht aussehen, und schiebe nichts in Fächer. Feuchtigkeit ist dabei nie ein Thema gewesen, weil die Matratzen über die Lattenroste von unten belüftet werden. Wir haben nach sechs Wochen unter keiner Matratze eine feuchte Stelle gefunden.
Das Hubbett ist größer, als man denkt
Das Hubbett im Wohnmobil misst über dem Fahrerhaus rund 1,50 mal 2,00 Meter und ist damit ein vollwertiges Bett. Darunter liegen zwei Lattenroste nebeneinander, die Matratze ist genauso dick wie die im Heck. Unser Sohn hat am Anfang genau mittig gelegen, weil das die naheliegende Position ist, und lag damit auf dem Metallrahmen zwischen den beiden Lattenrosten. Das ist hart. Seit er etwas seitlich liegt, ist das Hubbett für ihn bequem.
Rechts, links und vorn lassen sich Vorhänge ausklappen, sodass der Schlafplatz nach unten geschlossen ist. Die Dachluke darüber ist groß genug zum Lüften und hat Fliegengitter und Verdunklung. Ein Punkt stört mich trotzdem. Hebt man die Matratze an, liegt die Verkabelung der Leuchten offen. Ein Kabelkanal wäre hier die bessere Lösung gewesen, schon damit niemand beim Hantieren etwas herausreißt.
Der wichtigste Tipp zum Hubbett im Wohnmobil
Lass die Verdunklung der Dachluke offen, wenn das Hubbett oben steht. Darunter staut sich im Sommer so viel Hitze, dass sich die Luke verziehen kann, und die besteht am Ende aus Kunststoff. Wir machen die Verdunklung deshalb grundsätzlich auf, sobald das Bett hochfährt. Das kostet nichts und erspart dir im schlechtesten Fall ein neues Dachfenster. Bei uns ist daraus eine feste Reihenfolge geworden, erst Verdunklung auf, dann Bett hoch. Dieselbe Vorsicht gilt an heißen Tagen für die Dachluke über den Einzelbetten im Heck, auch dort steht die Verdunklung tagsüber offen. In einem Wohnmobil sammelt sich hinter jeder geschlossenen Fläche mehr Hitze, als man von zu Hause kennt.
Hoch und runter in zehn Sekunden
Das Hubbett fährt elektrisch, und der Vorgang dauert etwa zehn Sekunden. Vorher löst du die beiden Sicherheitsgurte, die es zusätzlich oben halten, und klappst Fahrer- und Beifahrersitz nach vorn, damit es ganz herunterfahren kann. Unser Sohn ist über die Sitzbank eingestiegen, für einen Erwachsenen wird das enger. Zum Fahrzeug gehört eine Leiter, die bei uns nicht dabei war.
Ein Rausfallschutz lag bei, ein Netz, das man oben einhakt und unten befestigt. Wir haben es nach kurzer Zeit abgebaut, weil niemand herausgefallen ist und es dauernd im Weg hing. Es liegt jetzt zu Hause im Keller. Wer kleinere Kinder oben schlafen lässt, wird das anders sehen.
Zu zweit würden wir das Hubbett weglassen
Wären wir dauerhaft zu zweit unterwegs, käme das Hubbett nicht mit in den Globetrotter XLi. Es gibt eine Variante mit Hochschränken an dieser Stelle, und die hätte zwei Vorteile: mehr Stauraum und deutlich mehr Kopfraum über der Sitzgruppe. Das Raumgefühl im vorderen Teil wäre ein anderes. Solange unser Sohn mitfährt, ist das Hubbett allerdings genau richtig, und im Weg ist es auch nicht, wenn es oben steht.
Eine Sorge hat sich nicht bestätigt. Das tief liegende Fenster neben den Einzelbetten hat mich vor dem Kauf beschäftigt, im Alltag bekomme ich es gar nicht mit. Abgehängt haben wir dort nach zwei Wochen die Gardinen, die uns altmodisch vorkamen. Die schmalen weißen Vorhänge an den Seiten, die den Fensterrahmen verdecken, sind geblieben und sehen gut aus.
Ich bin Michael, 50, aus der Oberpfalz. Zusammen mit meiner Frau Maria führe ich eine Agentur für SEO und GEO, nebenher schreibe ich Psychothriller. Fünf Jahre lang hatten wir ein Boot in Kroatien und wissen seitdem, wie zuverlässig so etwas Geld frisst. Seit 2026 sind wir mit Luna unterwegs, einem Dethleffs Globetrotter XLi, im Schnitt 13 bis 16 Wochen im Jahr. Rund den halben Tag arbeiten wir aus dem Wohnmobil, der Rest gehört den Orten, an denen wir stehen. Beides steht in diesem Logbuch.
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