In Luna stecken 336 Amperestunden Lithium von Victron, dazu eine Lade- und Wechselrichterkombination mit 3.000 Watt. Auf dem Preisschild an der Scheibe stand das als Dual Battery System Paket 2 mit 8.159 Euro, damit ist es nach dem Fahrgestell der teuerste Einzelposten in unserer Ausstattung. Nach gut 6.000 Kilometern und sechs Wochen Schweden können wir sagen, was die Anlage im Alltag wirklich leistet. Die kurze Antwort lautet, dass wir an einem normalen Tag rund 20 Prozent davon verbrauchen.
336 Ah Lithium und 3.000 Watt Wechselrichter
Das Paket besteht aus mehreren Teilen, die zusammenarbeiten. Die Lithium-Batterien liefern 336 Amperestunden bei 12 Volt, geladen und in 230 Volt gewandelt wird über einen Victron MultiPlus 12/3000/120 in der Heckgarage. Dazu kommen ein Elektroblock EBL 102 und ein Bedienpaneel über der Aufbautür, an dem wir den Ladestand ablesen. Was das Kombigerät im Einzelnen macht und wie es sich meldet, wenn etwas nicht stimmt, steht im Beitrag Victron MultiPlus brummt. Hier geht es um die Aufbaubatterie im Wohnmobil und darum, wie weit sie im Alltag trägt.
Ab Werk war das eine bewusste Entscheidung beim Kauf, weil wir unterwegs arbeiten und der Strom dafür stehen muss. Eine Lithium-Batterie im Wohnmobil nachzurüsten ist möglich, verlangt allerdings meist auch einen neuen Laderegler und passende Ladebooster. Bei uns kam die komplette Anlage aus einer Hand und war beim Händler bereits verbaut, das hat uns die Bastelei erspart. Was wir dafür bezahlt haben, steht oben, und es ist eine Menge Geld für etwas, das man nie sieht. Sichtbar ist von der ganzen Anlage nur das Bedienpaneel über der Tür.
20 Prozent Batterie an einem sonnigen Tag
An einem normalen Tag ohne Landstrom verbrauchen wir rund 20 Prozent der Kapazität. Darin steckt die Satellitenantenne im Dauerbetrieb, abends Fernsehen, die Beleuchtung, das Laden von zwei Laptops und zwei Handys sowie die Wasserpumpen. Der Kühlschrank läuft dabei über Gas und taucht in dieser Rechnung nicht auf. Rechnerisch wären das fünf Tage am Stück, bevor die Batterie leer ist, und das ohne jeden Nachschub von Solar oder Lichtmaschine. Mit Sonne auf dem Dach verschiebt sich diese Rechnung noch einmal deutlich nach oben.
Ganz ausgereizt haben wir das bisher nicht. Ohne Landstrom standen wir maximal einen Tag am Stück, das lag an den Plätzen, an der Technik lag es nie. In Schweden waren wir sechs Wochen unterwegs und hatten fast überall Strom am Platz, weil er dort im Preis steckt. Die Zahl von 20 Prozent ist deshalb ein Tageswert aus dem Alltag, keine Messung über eine ganze Autarkiewoche. Sobald wir länger frei stehen, tragen wir hier nach, wie sich das über mehrere Tage entwickelt.
Was bei uns am Wechselrichter hängt
Der Wechselrichter im Wohnmobil macht aus 12 Volt Batteriespannung die 230 Volt der Steckdosen. Bei uns läuft er praktisch durchgehend, weil die beiden Laptop-Netzteile daran hängen und wir jeden Tag mehrere Stunden daran arbeiten. Dazu kommt der Multikocher, den wir noch vom Boot kennen und der bei uns den Gasherd ersetzt hat. Ein Gerät mit Heizspirale zieht kurzzeitig ordentlich, und genau dafür sind die 3.000 Watt da. Die Kapselmaschine hinter dem Spülbecken fällt dagegen kaum ins Gewicht, sie läuft jeweils nur eine halbe Minute.
Fernseher und Satellitenantenne laufen bei uns auf 12 Volt und gehen am Wechselrichter vorbei. Die Antenne zieht im Schnitt 16 Watt, gemessen über sechs Wochen im Beitrag zu Starlink im Wohnmobil. Der größte Verbraucher am Landstrom ist die Alde-Heizung mit dem Warmwasserboiler, gefolgt von der Kaffeemaschine. Beide laufen dann direkt am Netz, die Batterien werden in dieser Zeit nebenher geladen. Wer eine Lithium-Batterie im Wohnmobil plant, sollte deshalb zuerst aufschreiben, welche Geräte wirklich 230 Volt brauchen. Alles, was auf 12 Volt läuft, spart den Umweg über den Wechselrichter und damit auch dessen Eigenverbrauch.
Warum Lithium mehr hergibt als Blei
Der entscheidende Unterschied liegt bei der nutzbaren Kapazität. Eine LiFePO4-Batterie gibt nach Herstellerangaben 80 bis 100 Prozent ihrer Nennkapazität ab, eine Blei- oder AGM-Batterie etwa die Hälfte, wenn man sie nicht schädigen will. Aus 336 Amperestunden Lithium werden im Alltag also fast 336 nutzbare, aus 300 Amperestunden Blei eher 150. Dazu kommt die Lebensdauer, denn AGM schafft je nach Bauart 300 bis 1.000 Ladezyklen, LiFePO4 nach Angaben der Hersteller ein Vielfaches davon. Wer jeden Tag lädt und entlädt, merkt diesen Unterschied nach wenigen Jahren im Geldbeutel.
Der zweite Punkt ist das Gewicht. Für 100 Amperestunden LiFePO4 werden je nach Modell 10 bis 14 Kilogramm angegeben, eine vergleichbare AGM-Batterie liegt bei 28 bis 32 Kilogramm. Bei gleicher nutzbarer Energie spart Lithium damit schnell 40 bis 50 Kilogramm. In einem Fahrzeug, bei dem am Ende 70 Kilo Zuladung übrig bleiben, ist das kein Detail. Diese Zahlen stammen aus Herstellerangaben, unsere eigenen Batterien haben wir nie einzeln gewogen.
Bei 70 Kilo Reserve wiegt jedes Bauteil mit
Luna ist auf 5.400 Kilogramm aufgelastet und wog beladen für sechs Wochen 5.330 Kilogramm. Von den rund 900 Kilogramm Zuladung blieben am Ende 70 Kilogramm übrig, und das mit voller Ausstattung an Bord. Die Victron-Anlage steckt in dieser Rechnung bereits drin, weil sie ab Werk verbaut ist und beim Wiegen mitgefahren ist. Wer eine Lithium-Batterie im Wohnmobil nachrüstet, holt sich die Kilos zusätzlich ins Fahrzeug. Vor dem Einbau lohnt deshalb der Blick auf den letzten Wiegeschein, und wie das geht, steht im Beitrag zum Wohnmobil wiegen.
Für uns war die Anlage trotzdem die richtige Entscheidung. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass wir mehrere Tage ohne Landstrom stehen und dabei arbeiten können, und sie war einer der Gründe, warum wir genau dieses Fahrzeug genommen haben. Im Rückblick auf den Kauf ist sie die Anschaffung, die uns am meisten gebracht hat. Wie es zu diesem Fahrzeug kam, steht im Beitrag über den Kauf unseres Globetrotter XLi. Gekostet hat sie eben auch entsprechend.
Was wir noch nicht gemessen haben
Eine Zahl fehlt uns bisher, und zwar der tatsächliche Ertrag der Solaranlage an einem normalen Reisetag. Beobachtet haben wir einmal zu Hause, dass die Batterien in zwei Tagen von 60 auf 100 Prozent kamen, allerdings mit sämtlichen Verbrauchern aus. Das ist kein belastbarer Wert für den Alltag, weil unterwegs Antenne, Licht und Pumpen gegenrechnen. Auch der Eigenverbrauch des Wechselrichters im Leerlauf steht bei uns noch nicht auf dem Zettel. Beides holen wir nach, sobald wir länger ohne Landstrom stehen. Für eine saubere Messung brauchen wir mehrere Tage am selben Platz, am besten im Frühjahr mit wechselndem Wetter.
Offen ist außerdem, wie sich die Anlage im Winter verhält, denn Lithium mag Kälte beim Laden nicht besonders. Unsere Batterien sitzen im beheizten Innenraum, damit dürfte das für uns entspannter sein als bei einem Einbau im Doppelboden. Belegen können wir das noch nicht, dafür fehlt uns der erste richtige Wintereinsatz. Wie sich die Anlage bei Kälte meldet, tragen wir dann hier nach. Falls du deine Lithium-Batterie im Wohnmobil schon bei Minusgraden geladen hast, schreib uns gern, wie sich das verhalten hat.
Ich bin Michael, 50, aus der Oberpfalz. Zusammen mit meiner Frau Maria führe ich eine Agentur für SEO und GEO, nebenher schreibe ich Psychothriller. Fünf Jahre lang hatten wir ein Boot in Kroatien und wissen seitdem, wie zuverlässig so etwas Geld frisst. Seit 2026 sind wir mit Luna unterwegs, einem Dethleffs Globetrotter XLi, im Schnitt 13 bis 16 Wochen im Jahr. Rund den halben Tag arbeiten wir aus dem Wohnmobil, der Rest gehört den Orten, an denen wir stehen. Beides steht in diesem Logbuch.
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