Am 1. August 2026 sind wir losgefahren, mit Kurs auf Schweden und sechs Wochen Zeit. Sechs Wochen Schweden mit dem Wohnmobil, zu dritt, in einem Fahrzeug. Die Strecke führte durch Deutschland und Dänemark und über zwei Brücken nach Malmö. Diesen Reisebericht haben wir unterwegs geschrieben, er ist mit jeder Station gewachsen und ist mit dem Rückweg abgeschlossen.
Wir sind beide selbstständig und führen zusammen eine SEO-Agentur. Schweden mit dem Wohnmobil bedeutet bei uns deshalb vor allem, den Arbeitsplatz zu wechseln und die Aussicht zu verbessern. Ungefähr den halben Tag arbeiten wir, die andere Hälfte gehört uns. Wo genau die Grenze verläuft, entscheidet meistens das Wetter. Bei Regen sitzen wir länger am Laptop, bei Sonne klappen wir ihn früher zu.
Um halb acht los, vor dem Hauptstautag
Der 1. August war der erste Ferientag in Bayern und galt als einer der Hauptstautage des Sommers. Wir hatten uns vorgenommen, das Autobahnkreuz Hof vor zehn Uhr hinter uns zu haben, und sind dafür schon um halb acht losgefahren. Der Plan ging auf. Auf der Autobahn waren wir fast allein, am Kreuz Hof war nichts los, und wir kamen sehr gut durch.
Für mich war das die erste große Fahrt mit Luna. Den Führerschein dafür hatte ich erst kurz zuvor gemacht, und bis dahin hatte ich das Wohnmobil genau zweimal bewegt, einmal vom Stellplatz nach Hause und einmal zum Tanken. Entsprechend aufgeregt war ich. Nach der ersten Stunde war davon wenig übrig. Luna fährt sich ausgesprochen einfach. Überholen kommt ohnehin kaum in Frage, und schneller als 100 zu fahren bringt nichts, also wird das Fahren ruhig. Über einiges hatte ich mir vorher Gedanken gemacht, eingetreten ist davon nichts. Es hat sogar Spaß gemacht, so dahinzucruisen.
Raik saß die ganze Fahrt neben mir auf dem Beifahrersitz und fand die Sache am Anfang genauso spannend wie ich. Maria saß hinten und hat gearbeitet.
Maria hat auf der Autobahn durchgearbeitet
Das funktioniert über Starlink erstaunlich gut. Die Antenne arbeitet auf der Autobahn bis 120 km/h, bei unseren 100 gab es also keine Probleme. Bis heute hatten wir keinen einzigen Ausfall, der an Starlink selbst gelegen hätte. Einmal ist die Antenne überhitzt, weil wir das Rollo am Dachfenster geschlossen hatten. Seitdem bleibt es offen, solange Starlink läuft.
Praktisch ist beim Globetrotter, dass eine 12-Volt-Dose direkt in der Nähe sitzt. Dafür habe ich mir einen Adapter gekauft, der die Mini-DIN-Dose auf zwei normale 12-Volt-Anschlüsse aufteilt. So mussten wir keine Kabel quer durch den Wagen legen. Nachts schalten wir Starlink aus. Das Gerät blinkt blau und gibt ein leises, aber penetrantes Geräusch von sich, das in der Stille deutlich auffällt.
Toilettenausfall in Hamersleben, es war die Sicherung
Am Nachmittag kamen wir in Hamersleben an. Den Platz hatten wir über Hinterland gebucht, zum ersten Mal überhaupt, entsprechend unsicher waren wir, ob man dabei etwas falsch machen kann. Die Wiese war schnell gefunden, es war niemand da, und genau so stand es auch in der Beschreibung. Also haben wir uns einfach daraufgestellt. Wie der Platz im Einzelnen aussieht, steht im Stellplatzbeitrag zum Grünen Fleckchen am Herzspiel.
Luna wiegt beladen 5.330 Kilo bei 5.400 zulässigen, das können wir über die Hubstützanlage ablesen. In der Wiese sind wir damit ein wenig eingesunken. Dramatisch war das nicht, Spuren hinterlässt man trotzdem. Dann haben wir die Markise ausgefahren, die Hubstützen abgesenkt, und es war sofort gemütlich. Die Sonne schien, zu warm war es nicht, und wir haben die nächsten Stunden einfach draußen gesessen. Genau so hatten wir uns das vorgestellt.
Irgendwann kam Micha vorbei, dem die Wiese gehört und der sie über Hinterland vermietet, ein ausgesprochen netter Kerl. Ich habe ihn nach Wasser gefragt, und wir sind mit ihm mitgegangen und haben zwei Zehn-Liter-Kanister gefüllt. Bei der Gelegenheit hat er uns seine Hühner vorgestellt, dreizehn Stück, dreizehn Damen, wie er sagte. Zehn Eier haben wir für drei Euro mitgenommen und uns noch eine Weile mit ihm unterhalten.
Am Abend war schon alles wieder verstaut, weil es am nächsten Tag nach Hartenholm weitergehen sollte. Dann fiel die Toilette aus. Das lag an Luna und hatte mit dem Platz nichts zu tun, nachzulesen im Beitrag Erste Nacht ohne Landstrom, und dann fiel die Toilette aus.
Der erste Impuls war, die Reise abzubrechen und nach Hause zu fahren. Schweden mit dem Wohnmobil ohne funktionierende Toilette an Bord erschien uns wenig sinnvoll. Ehrlich gesagt war ich in dem Moment auch ziemlich stinkig auf das Fahrzeug, das neu ist und schon einiges an Ausfällen hinter sich hat. Nach einer Weile haben wir uns anders entschieden und beschlossen, einen Dethleffs-Händler hinter Hamburg zu suchen und erst einmal regulär weiterzufahren.
Den nächsten Stellplatz, den wir über Hinterland gebucht hatten, mussten wir stornieren. Anspruch auf eine volle Rückerstattung hatten wir zu dem Zeitpunkt nicht mehr. Der Besitzer hat uns trotzdem den gesamten Betrag zurücküberwiesen, mit dem Hinweis, dann vielleicht beim nächsten Mal.
13 Euro für einen schmutzigen Autohof
Es war Samstag, und der Plan für die nächsten Tage stand schnell. Von Sonntag auf Montag wollten wir auf einen Campingplatz mit Sanitäranlagen, und Montagfrüh wollten wir bei Reisemobile Schwarz in Kayhude vorfahren und dort um Hilfe bitten. Den Abend haben wir noch damit verbracht, selbst nach der Ursache zu suchen, mit den Anleitungen und mit Hilfe von KI. An dem Abend hat uns das nichts gebracht.
Die Nacht haben wir dann auf einem Autohof verbracht. Die Toiletten dort waren sehr schmutzig, dafür standen wir sicher. Dreizehn Euro hat der Platz gekostet, dazu gab es einen Brötchengutschein über fünf Euro. Den haben wir am Sonntagmorgen eingelöst. Wenn schon die Sanitäranlagen nichts taugten, dann wenigstens ein anständiges Frühstück.
Bei Helge und Claudia in Hartenholm
Für die Nacht auf Montag hatte ich wieder über Hinterland gesucht und den Platz von Helge und Claudia in Hartenholm gefunden. Dort gab es Toiletten und sogar eine Dusche. Mit den beiden waren wir sofort im Gespräch und haben uns auf Anhieb gut verstanden. Ich mag den norddeutschen Dialekt sehr, und die beiden sprechen ihn. Auf dem Hof leben außerdem Pferde, Schweine und Highland-Rinder.
Auf dem kleinen Platz standen schon einige Fahrzeuge, im Lauf des Tages kamen zwei Holländer und ein deutsches Paar dazu. Wir haben uns vor die Pferdekoppel gestellt, die Markise ausgefahren und die Campingstühle von Westfield und den höhenverstellbaren Campingtisch herausgeholt. Abends hatten wir keine Lust mehr zu kochen, aber noch Hunger, also haben wir uns über eine App Burger bestellt. Hier hat sich zum ersten Mal das Camping-Gefühl eingestellt, auf das wir uns bei dieser Reise gefreut hatten.
Zwei Brücken, 977 Kronen und ein falsches Navi
Am nächsten Morgen waren wir kurz nach neun beim Händler in Kayhude. Bis dahin funktionierte die Toilette schon wieder, weil wir die Ursache selbst gefunden hatten. Es war die Sicherung. Wie wir darauf gekommen sind, steht im Beitrag Dometic-Zerhackertoilette ohne Funktion. Mitgenommen haben wir von dort zwei Gläser mit Magnethalterung von silwy, die uns noch gefehlt hatten.
Danach ging es Richtung Dänemark. Das Navi war noch so eingestellt, dass Fähren nicht vermieden werden, und hat uns folgerichtig zum Fährhafen geschickt, mit einer Überfahrt nach Schweden als Ziel. Bis wir das gemerkt und die Strecke umfahren hatten, war anderthalb Stunden weg, und auf dem Umweg haben wir so ziemlich jeden Stau des Tages mitgenommen. Seitdem steht im Navi, dass Fähren vermieden werden sollen.
Die Fahrt durch Dänemark war danach entspannt. Auf der Autobahn sind dort 80 erlaubt, das nimmt viel Druck aus der Sache. Teuer wurden die beiden Brücken. Am Storebælt zahlten wir um halb sieben abends 613 Kronen, also rund 82 Euro. Für eine einzige Überfahrt mit dem Wohnmobil finde ich das ausgesprochen viel. Zwei Stunden später lagen die Kosten der Öresundbrücke bei 364 Kronen, rund 49 Euro.
Den Unterschied macht ein Abo, das ich Mitte Juli für 370 Kronen abgeschlossen hatte, ØresundGO. Vorher war mir nicht klar, dass es ausschließlich für die Öresundbrücke gilt. Der Storebælt gehört einem anderen Betreiber und hat sein eigenes Rabattsystem. Wer also nur ØresundGO im Gepäck hat, zahlt an der ersten Brücke den vollen Preis. Dort gibt es zwar einen eigenen Wohnmobilvertrag, der deckelt die Überfahrt auf 314 Kronen. Er gilt allerdings nur bis 3.500 Kilo, und Luna wiegt deutlich mehr. Für alle, die mit einem schweren Integrierten unterwegs sind, bleibt es also beim vollen Preis. Alle Tarife der beiden Brücken und die Abgaben in Schweden haben wir im Ratgeber zur Maut in Dänemark und Schweden zusammengestellt.
Die erste Nacht in Schweden, in Vellinge
In Vellinge südlich von Malmö kamen wir in der Dämmerung an. Nach den Plätzen davor war das ein Kontrastprogramm, weil es dort sehr schmutzig war und an Duschen gar nicht zu denken. Der Stellplatz selbst lag hübsch an einem kleinen Teich, wir hatten Strom, und in unserem Abschnitt standen wir allein. Alles Weitere steht im Stellplatzbeitrag zur Arrie Ställplats. Weil es bereits dunkel war, haben wir nur noch etwas gegessen und sind früh schlafen gegangen.
Die Abende im Wohnmobil sind eine eigene Erwähnung wert. Durch die Ambientebeleuchtung wird es drinnen sehr gemütlich. Über Starlink läuft der Fernseher mit Prime. Netflix bekommen wir bis heute nicht zum Laufen, es erscheint immer derselbe Fehlercode, und ausprobiert haben wir schon einiges. Falls jemand diesen Fehler kennt, schreibt uns gern. Ich sitze abends meistens auf dem Fahrersitz, Maria neben mir mit den Füßen auf der ausziehbaren Bank, und Raik fläzt sich in die Sitzecke. Die Abende vergehen dort erstaunlich schnell.
In Västervik haben wir Jan und Nicole überrascht
Am nächsten Tag ging es weiter nach Västervik. Dort standen Jan und Nicole, Freunde von uns, die von unseren Plänen nichts wussten. Sie gingen davon aus, dass wir nach Älmhult weiterfahren. Wir hatten Älmhult storniert und Västervik gebucht, um sie zu überraschen.
Jan hat noch gefragt, ob wir schon angekommen seien. Ich habe geantwortet, ja, gerade angekommen, ziemlich voll hier, ein ordentlich großer Platz. Die beiden haben bis zum Schluss nichts gemerkt. Vorher hatten wir herausgefunden, wo genau auf dem Gelände sie stehen, denn Västervik Resort ist wirklich groß. Dann sind wir mit den Rädern zu ihnen gefahren, und die Überraschung ist voll aufgegangen.
Am ersten Abend haben wir zusammen gegrillt, am nächsten Tag waren wir gemeinsam in der Stadt, und abends haben wir wieder zusammen gegessen. Mit Jan war ich in den Schären spazieren. Der Weg beginnt direkt am Campingplatz und war ausgesprochen schön.
Am Klämmingsbergsbadet mit Blick auf den See
Die Fahrt dorthin war entspannt. Wer Schweden mit dem Wohnmobil fährt, gewöhnt sich schnell an die 90, es geht insgesamt gemütlicher zu. Einmal standen wir kurz im Stau, am frühen Nachmittag waren wir da. Das Wetter war bis dahin jeden Tag schön, um die 20 bis 22 Grad, abends nie zu warm. Genau so gefällt es mir.
Wir hatten einen Platz ohne Strom reserviert und trotzdem den ersten in der Reihe bekommen, mit Blick auf den See. Es war etwas los, überfüllt war es nicht. Die Toiletten stehen nur den Campinggästen offen und waren funktional und einigermaßen sauber. Mehr dazu steht im Stellplatzbeitrag zum Klämmingsbergsbadet.
Es gab einen Raum zum Geschirrspülen, den wir abends genutzt haben. Das haben wir uns von Anfang an angewöhnt. Wo es eine Spülmöglichkeit gibt, spülen wir dort, damit der Grauwassertank nicht unnötig voll wird. Mit der Toilette halten wir es ähnlich. Nachts nutzen wir die im Wohnmobil, tagsüber gehen wir dorthin, wo wir gerade sind. Das Entleeren gehört nicht zu den schönsten Aufgaben, und so fällt es seltener an.
Abends haben wir dort zum ersten Mal auf dieser Reise gegrillt. Der Weber Traveler Compact hat auf Anhieb gut funktioniert.
In Nyfors haben wir viermal verlängert
Am nächsten Tag sind wir nach Nyfors weitergefahren, wieder an einen See. River Lodge Camping ist die Außenstelle eines Anbieters, der von hier aus Touren organisiert. Es gibt sechs Plätze für Wohnwagen und Wohnmobile, alle mit Strom, dazu eine Toilette. Gespült wird draußen unter einem Dach, was ziemlich lustig aussieht. Hinter dem Haus stehen Dusche und Waschmaschine, beides haben wir mitgebucht. Ein Ferienhaus zum Mieten gibt es ebenfalls, das stand leer. Die Sauna haben wir bisher ausgelassen. Grauwasser lässt sich hier unkompliziert entsorgen.
Wir standen auf Platz 5, und der ist der schönste von allen. Man steht dort etwas erhöht und schaut direkt auf den See. Von Platz 6 aus geht das auch noch, wenn man ein Stück weiter vorfährt. Die Plätze 1 bis 4 blicken eher ins Landesinnere, schön ist es dort ebenfalls.
Wir sind hier gewandert und Fahrrad gefahren. Mit Raik war ich außerdem einen Geocache suchen. Den haben wir nicht gefunden, dafür standen wir vor einer Hütte, in der Backpacker übernachten können. Drinnen gibt es eine Feuerstelle, und genau dort sollte der Cache eigentlich liegen. Wir haben etwas anderes gefunden, ein Logbuch der Leute, die in der Hütte übernachtet haben. Der erste Eintrag stammt von 1995. Maria war damals neun Jahre alt, Raik war noch nicht geboren, und ich hatte gerade meinen Schulabschluss in der Tasche.
Außerdem waren wir an einem Wasserfall in der Nähe, der uns sehr gefallen hat. Nyfors ist insgesamt ein Ort, von dem man nicht wegfahren möchte. Wir haben inzwischen viermal verlängert und bleiben bis zum 17. August. Damit kommen wir auf über eine Woche an einem einzigen Platz.
6,05 Kilometer im Kanu über den Långvattnet
Das Kanu haben wir direkt bei Nordic Discovery gebucht, dem Anbieter, zu dem auch das River Lodge Camping gehört. Ein ganzer Tag kostet umgerechnet knapp 50 Euro. Die Boote tragen bis zu 365 Kilo, drei Erwachsene sind damit kein Thema. Am Samstagvormittag sind wir los, bei 24 Grad und damit für schwedische Verhältnisse richtig warm, dazu genug Wolken vor der Sonne, dass es angenehm blieb.
Raik saß hinten, ich vorne, Maria in der Mitte. Gepaddelt haben Raik und ich, immer im Wechsel. Auf halber Strecke kam kräftiger Wind auf, und ab da kostete jeder Schlag mehr Kraft. Der Långvattnet zieht sich schmal nach Süden, an beiden Seiten steht der Wald bis ans Wasser. An einer Stelle wird der See so eng, dass wir zwischen zwei Ufern hindurchgepaddelt sind. Zwischendurch saß eine Libelle auf dem Sitzgurt im Boot.
Am Ende standen 6,05 Kilometer auf der Aufzeichnung, unterwegs waren wir rund drei Stunden. Eine schöne Erinnerung an diesen Urlaub.
Das kurze Video haben wir mit der Kamera direkt an der Wasseroberfläche aufgenommen. Sie taucht dabei immer wieder unter, und man sieht die Pflanzen auf dem Grund des Sees.
Zurück in Västervik, zweimal mit dem Rad in die Stadt
Am 17. August sind wir von Nyfors zurück nach Västervik gefahren, diesmal auf dem Rückweg. Der Platz, den wir gebucht hatten, lag am Meer und stand zu schräg für die Hubstützen. An der Rezeption durften wir unkompliziert wechseln. Jan und Nicole standen noch auf dem Gelände, deshalb waren wir auch diesmal viel zusammen unterwegs.
In den zwei Tagen haben wir nicht viel gemacht. Zweimal sind wir in die Stadt gefahren, beide Male mit dem Rad und ein Stück davon direkt am Meer entlang. Dieser Abschnitt am Wasser war richtig schön. Im Espresso House gab es sehr guten Kaffee, und am Kai steht ein Fahrrad im Ständer, das über und über mit Muscheln bewachsen ist.
Das Wetter war die meiste Zeit herrlich, um die 22 Grad und Sonne. Mit Jan und Nicole waren wir im Biltema, im DollarStore und im Maxi ICA, und dabei haben wir viel geredet. Am letzten Tag kam das schlechte Wetter, und es wurde trübe. Am Donnerstag fahren wir weiter Richtung Älmhult, darüber sind wir ganz froh.
Drei Tage in Älmhult am See Möckeln
Am Donnerstag, dem 20. August 2026, sind wir von Västervik nach Älmhult gefahren und haben drei Nächte bei First Camp Sjöstugan gebucht, direkt am See Möckeln. Der Platz hat uns gleich am ersten Abend zwei Dinge abverlangt, einen Wechsel des Stellplatzes und eine Bergung aus dem Schotter. Das Wetter war alle drei Tage durchwachsen, Regen und Sonne haben sich im Stundentakt abgewechselt. Wir haben unsere Ausflüge einfach in die trockenen Fenster gelegt, das hat jedes Mal geklappt. Mit dem Rad kommt man hier ausgezeichnet überall hin, in Älmhult und rundherum gibt es durchgehend Radwege.
In der Stadt waren wir im Café Kagan an der Norra Torggatan 5. Es gab Kaffee und Gebäck, beides sehr gut, und wir haben lange draußen gesessen. Uns ist aufgefallen, dass dort ausschließlich Schweden saßen, obwohl der Campingplatz voller deutscher Kennzeichen steht. Auf dem Geländer der Terrasse sitzt eine Plastikeule als Vogelschreck und schaut den Gästen beim Essen zu. Der Weg in die Stadt hat sich allein für das Gebäck gelohnt.
60 Kronen für das IKEA Museum
Das IKEA Museum steckt im weltweit ersten IKEA-Warenhaus von 1958, an der IKEAgatan 4 in Älmhult. Der Eintritt kostet 60 Kronen für Erwachsene, umgerechnet gut fünf Euro, Kinder unter 18 kommen kostenlos hinein (Stand August 2026). Das Museum ist klein, für den Preis bekommt man trotzdem einiges geboten. Das Gebäude selbst gehört zur Geschichte dazu, bis 2012 war es ein ganz normales Warenhaus, seit 2016 steckt das Museum darin. Wir waren vor sechs Jahren schon einmal hier, und die Ausstellung hat sich seitdem deutlich verändert. An dem Haus wird also wirklich gearbeitet, und das Wiedersehen hat sich für uns gelohnt.
Das größte IKEA-Sortiment steht in Älmhult
Das Warenhaus nebenan ist der eigentliche Grund, warum sich der Umweg lohnt. Hier steht das größte Sortiment aller IKEA-Häuser weltweit, rund 10.000 Artikel, dazu Sonderauflagen, die es nirgends sonst gibt. Das Sortiment ist international zusammengestellt, man findet also ausgewählte Artikel aus den IKEA-Häusern anderer Länder unter einem Dach. Wer regelmäßig bei IKEA einkauft, merkt diesen Unterschied sofort. Wir sind entsprechend lange durch das Haus gelaufen.
Im Shop stehen zwei Sachen nebeneinander, IKEA-Merchandise auf der einen Seite und Klassiker in einer Museumsedition auf der anderen, zum Beispiel Untersetzer. Die gibt es nur hier, und dort haben wir zugeschlagen. Außerdem habe ich ein Dalapferd gekauft, ein handbemaltes Original aus Nusnäs bei Mora. Bis nach Dalarna haben wir es auf dieser Reise nicht geschafft, deshalb habe ich das Pferd eben hier geholt. Es ist ziemlich klein und hat gut 25 Euro gekostet, für die Größe finde ich das viel.
Sonnenuntergang am Möckeln und Pizza vom Platz
An einem der Abende sind wir über den Campingplatz und danach am Strand entlanggelaufen. Das Gelände ist überschaubar, der Weg am Wasser dafür richtig schön, besonders in der letzten Stunde vor Sonnenuntergang. Am Ufer stand ein Angler, draußen zog ein Kajak vorbei, und zwei Enten haben sich von uns kein bisschen stören lassen. Danach haben wir uns eine Pizza geholt, die es direkt auf dem Platz gibt. Sie war sehr gut und im Vergleich zu anderen Campingplätzen ausgesprochen günstig, das haben wir auf dieser Reise selten so erlebt.
Unser Aufenthalt in Älmhult endet am 23. August. Morgen fahren wir weiter, wohin genau, steht hier in ein paar Tagen.
Drei Nächte auf Dalskärs Camping bei Bergkvara
Vier Meter vor dem Wasser
Am 23. August 2026 sind wir von Älmhult nach Bergkvara gefahren, an die Ostküste Smålands zwischen Kalmar und Karlskrona. Dalskärs Camping liegt so, dass Wasser den Platz von zwei Seiten umschließt, und zu unserem Stellplatz führt eine kleine Brücke. An der Rezeption hat der Mann sofort gesehen, dass Luna für die normalen Parzellen zu lang werden könnte, und hat uns fünf passende Plätze auf der Karte eingekreist. Wir hatten vorher geschrieben, dass wir wegen Starlink einen Platz ohne Bäume brauchen, auch das war von vornherein kein Thema. Aufpreis kostet keiner dieser Plätze.
Wir haben uns für Platz 199 entschieden, und der liegt direkt an der Ostsee. Vier Meter vor Lunas Front hört das Gras auf und das Wasser fängt an, einen Übergang gibt es dazwischen kaum. Tisch und Stühle standen einen Meter vor der Wasserkante, die Markise war ausgefahren, und das Wetter hat mitgespielt. Es war das erste Mal auf dieser Reise, dass wir wirklich lange draußen gesessen haben. Belegt war der Platz höchstens zur Hälfte, eher weniger. Sterne, Preise und die Ausstattung stehen im Stellplatzbeitrag zu Dalskärs Camping.
Ein familiengeführter Platz mit eigenem Humor
Der Platz wird von einer Familie geführt, und das merkt man an jeder Ecke. Alles ist eine Nummer kleiner und deutlich weniger kommerziell als auf den großen Anlagen, dafür steckt überall eine eigene Handschrift drin. Vor der Eingangstür steht ein kleiner künstlicher Brunnen, in dessen unterem Becken sich ordentlich Schaum sammelt. In den Toiletten klebt hinter der Schüssel eine Bahn Tapete, bunt und mit Autos drauf, wie aus einem Kinderzimmer. Dazu hängen witzige Sprüche zum Saubermachen an den Wänden, es baumeln Duftbäume, und überall stehen kleine Dinge herum.
Man fühlt sich ein bisschen wie im falschen Film, und genau das macht den Reiz aus. Es ist allemal liebevoll gemacht. Die Betreiber sind ein Paar, das den Platz selbst schmeißt, ausgesprochen freundlich und bei jeder Frage sofort zur Stelle. Uns liegen solche Plätze mehr als die großen Anlagen, auf denen wir vorher standen.
Der Schwan hat den Abend gewonnen
Am Abend kam ein Höckerschwan angeschwommen, erst langsam auf uns zu und dann direkt vor unseren Stühlen aus dem Wasser. Er ist uns sofort angegangen. Wir wussten, dass man bei Schwänen besser aufpasst, also sind wir aufgestanden und haben uns kurz größer gemacht. Er hat sich daraufhin aufgeplustert, und wir sind Richtung Luna gegangen und am Ende hineingestiegen. Das hat ihm sichtlich gefallen, er ist noch zwei, drei Minuten stehen geblieben und dann in aller Ruhe zurück ins Wasser. Den Abend hatte er damit gewonnen, und am nächsten Tag saß er wieder am selben Uferstück. Höckerschwäne sind größer, als man sie aus der Erinnerung hat, und dieser hier weiß ziemlich genau, wem das Ufer gehört. Wer hier mit Kindern oder Hund sitzt, sollte ihm den Streifen am Wasser überlassen.
Mit Rad und zu Fuß rund um Bergkvara
Am nächsten Tag haben wir die Umgebung mit dem Rad erkundet. Bergkvara ist eine kleine Gemeinde, viel gibt es hier nicht: einen kleinen Coop-Supermarkt, eine Pizzeria und mehrere Antiquitätengeschäfte, dazu eine kleine Marina und eine Seenotrettungsstation. Mehr haben wir nicht gefunden, und schön ist es trotzdem. Wir sind bis in den Nachbarort gefahren, alles sehr ländlich, und man hat das Gefühl, die Uhren gehen hier langsamer. Für uns ist genau das der Grund, warum wir hier stehen.
Heute sind wir gewandert, erst durch ein Waldstück und dann über einen Weg, der offensichtlich begehbar war. Danach standen wir plötzlich auf einer riesigen Wiese, die auf einer Seite direkt ans Meer grenzt. Einzeln stehen dort alte Eichen und hohe Wacholder, dazwischen trockenes Gras und ein paar Findlinge. Rund 100 bis 150 Meter entfernt grasten Kühe auf derselben Weide, deshalb sind wir an dieser Stelle umgekehrt. Am Strand haben wir noch Wildgänse gesehen, die sich dort ausgeruht haben, und weiter draußen saßen Kormorane auf den Steinen.
Ein Greifvogel auf unserem Campingstuhl
Heute saß ein Greifvogel auf der Lehne eines unserer Campingstühle, wenige Meter von der Tür entfernt. Wir tippen auf einen Sperber, sicher sind wir uns nicht. Er hat sich in aller Ruhe fotografieren lassen und ist erst nach einer Weile weitergeflogen. Vögel gibt es hier ohnehin reichlich, Gänse und Enten sowieso, dazu eine ganze Reihe Arten, die wir nicht alle bestimmen können. Vom Stuhl aus zuzusehen macht mehr Spaß, als es sich anhört. Auf dem Foto sieht man die gelben Augen und die fein gebänderte Brust, dahinter das Wasser. Wer Vögel mag, ist an diesem Uferstreifen genau richtig. Für uns ist dieser Platz damit einer der Höhepunkte dieses Urlaubs geworden.
Der große Einkauf wartet bis Kalmar
Wer hier länger steht, plant den Einkauf besser vor. Im Ort gibt es einen kleinen Coop, der für den täglichen Bedarf reicht, solange man mit wenig Auswahl zufrieden ist. Auf dem Campingplatz selbst liegt ein Minimarkt, dort bekommt man morgens frische Brötchen, frische Milch und ein paar Tiefkühlgerichte. Für den richtigen Wocheneinkauf fährt man eine Weile, wir schätzen bis Kalmar. Der Coop im Ort liegt in Radentfernung, wir waren mit den Rädern ohnehin dort unterwegs. Für ein paar Tage reicht das gut, und es zwingt einen ganz nebenbei, weniger einzukaufen. Gestört hat uns das nicht, wir kommen hier auf jeden Fall wieder her. Morgen fahren wir weiter.
Vier Nächte auf Ryda Gård am Åsunden
Ryda Gård haben wir über Campcation gefunden, mehr durch Zufall als durch Systematik. Ich hatte an dem Abend schon eine ganze Weile gesucht und war ziemlich gefrustet, weil einfach nichts Schönes dabei war. Auf den Bildern standen die Wohnmobile etwas erhöht über dem See, und das hat mir sofort gefallen. Danach habe ich nachgesehen, ob der Platz frei ist, der am nächsten am Wasser liegt. Das war Pitch 7, er war tatsächlich frei, und ich habe ihn direkt für zwei Nächte gebucht. Aus diesen zwei Nächten sind am Ende vier geworden.
Das Navi schickte uns 20 Kilometer daneben
Die Anfahrt war das Abenteuer des Tages. Die Adresse, die bei Campcation stand, liegt über 20 Kilometer vom Hof entfernt, und genau dorthin hat uns das Navi zuverlässig geleitet. Gefunden haben wir Ryda Gård erst, nachdem wir nach den GPS-Koordinaten gesucht haben. Im Ort davor wollte uns Google Maps dann in einen Wald lotsen, wo längst keine Straße mehr liegt. Zum Glück habe ich in der Route eine Stelle wiedererkannt, die ich vorher schon einmal gesehen hatte, und danach sind wir richtig abgebogen.
Der letzte Abschnitt ist streckenweise einspurig, aneinander vorbei kommt man dort nur mit Mühe. Uns ist niemand entgegengekommen, das hat die Sache erheblich vereinfacht. Irgendwann geht es rechts ab, gefühlt ins Nichts, und erst dann steht da ein Schild mit Camping. Wer hier mit einem großen Fahrzeug anreist, sollte sich die Koordinaten vorher ins Handy legen.
Hinter der roten Scheune geht es steil bergab
Am Hof stehen ein großes gelbes Haus und eine riesige rote Scheune, davor zwei weiße Torpfeiler mit Laternen. Beim ersten Blick war uns überhaupt nicht klar, wo hier ein Campingplatz sein soll. Man fährt am Haus vorbei, um das mehrere Nebengebäude liegen, die als Ferienhäuser vermietet werden. Das Gelände ist parkähnlich angelegt, mit alten Bäumen und riesigen Findlingen, das sieht wirklich schön aus. Danach geht es einen schmalen und ziemlich steilen Weg hinunter, und mit Luna war das kein Selbstläufer. Ich hatte kurz Sorge, ob wir da wieder hochkommen, beides hat am Ende problemlos funktioniert. Auf der Karte sieht man von alldem nichts, das entdeckt man erst vor Ort.
Der Felsen, die Stege und die Feuerhütte
Vom Stellplatz aus sind es ein paar Schritte hinunter ans Wasser. Am Ufer stehen überall Doppelbänke mit fest eingebautem Tisch in der Mitte. Hinter dem Platz steigt ein großer halbrunder Felsen an, den man einfach hochlaufen kann. Oben liegt ein Plateau mit weiteren dieser Bänke, und von dort führt eine Treppe direkt hinunter zum See. Diesen Weg sind wir an den vier Tagen mehrmals gegangen, allein wegen der Aussicht von oben.
Unten am Wasser steht noch ein Haus, das sich offenbar mieten lässt, mit Küche und Sitzecke, von außen sah es sehr gemütlich aus. Zwei Stege gehen in den Åsunden, an einem davon liegen eine große Sitzecke und eine Leiter zum Baden. Sechs Motorboote lagen bereit, die man gegen Gebühr leihen kann. Daneben steht eine Hütte mit Feuerstelle, in der Felle ausliegen, bei kaltem Wetter sitzt man dort geschützt am Feuer.
Aus zwei Nächten wurden vier
Sanitär und Entsorgung sind hier neu gemacht, die Wege dorthin kurz und die Räume sauber, alles Weitere dazu steht im Stellplatzbeitrag. Genau deswegen haben wir zweimal verlängert und sind erst heute Morgen, am 31. August, weitergefahren. Die ersten Tage hatten wir Glück mit dem Wetter und konnten draußen sitzen. Die letzten beiden Tage haben wir fast nur drinnen verbracht, das war uns ziemlich egal, weil der Platz auch bei Regen schön bleibt. Der Åsunden liegt an jedem Tag anders da, morgens spiegelglatt und abends mit kleinen Wellen. Für uns ist Ryda Gård der schönste Platz dieser Schwedenreise. Wieder herfahren würden wir sofort, am liebsten mit mehr Zeit im Gepäck.
Eine Nacht am Kvarnsjön bei Sjötofta
Am Montag, dem 31. August, sind wir 270 Kilometer von Ryda Gård nach Sjötofta gefahren. Die Strecke war schön, überwiegend durch Wald und nur zu einem kleinen Teil über die Autobahn. Ein gutes Stück ging es am Vättern entlang bis Jönköping. Wie groß dieser See wirklich ist, merkt man erst, wenn man eine halbe Ewigkeit an ihm entlangfährt und das andere Ufer trotzdem kaum sieht. Für uns war das der eindrucksvollste Teil der Fahrt.
Hier stehen wir eine Nacht auf dem Kvarnsjöns Naturcamping, direkt am Wasser, morgen fahren wir weiter. Ein Problem haben wir mit dem Starlink, weil rechts und links Bäume stehen und die Verbindung alle paar Minuten kurz wegbricht. Ansonsten ist hier alles in Ordnung, der Platz ist ruhig und schön gelegen. Wer gern schwimmt, ist bei warmem Wetter genau richtig, das Naturbad liegt zwanzig Meter weiter am Strand. Mehr gibt es zu diesem Zwischenstopp ehrlich gesagt nicht zu sagen.
Villshärad und Gessie, die letzten Nächte in Schweden
Am 1. September sind wir von Sjötofta an die Westküste gefahren und haben drei Nächte auf Strandgården in Villshärad gestanden, gut zehn Kilometer nördlich von Halmstad. Das Meer liegt dort keine hundert Meter entfernt, gearbeitet haben wir trotzdem ganz normal weiter. Danach ging es die letzten schwedischen Kilometer nach Süden zur Gessie Ställplats bei Vellinge, wo wir die Nacht vom 4. auf den 5. September verbracht haben. Das war unser letzter Halt in Schweden. Am Morgen darauf sind wir über die Öresundbrücke nach Dänemark gefahren, was die Reise beendet, weil ab dort der Rückweg beginnt. Die erste Nacht auf dem Rückweg haben wir auf Galsklint Camping in Middelfart verbracht. Zu beiden Plätzen gibt es eigene Einträge mit Sternen, Preisen und Fotos.
Knapp fünf Wochen Schweden, zehn Stationen
Vom 3. August bis zum 5. September waren wir in Schweden, das sind knapp fünf Wochen von den rund sechs Wochen der gesamten Reise. Zehn Stationen sind daraus geworden. Auf der Karte sieht man sofort den Zickzack, den wir mit voller Absicht gefahren sind. Wir hatten eine Richtung statt einer Route und haben uns von den Plätzen treiben lassen, die uns gefallen haben. Alle schönen Stellplätze dieser Reise haben wir über Campcation gefunden.

Zwei richtige Campingplätze waren dabei. Beide haben wir nur wegen Freunden gebucht. Auf First Camp Sjöstugan in Älmhult standen Freunde von uns, die anschließend unseren Sohn Raik mit nach Deutschland genommen haben. Im Västervik Resort waren ebenfalls Freunde, die wir besucht haben. Ohne diese beiden Anlässe wären wir auf keinen der zwei Plätze gefahren. Wir waren vorher oft in Schweden, immer mit dem Auto und immer in Ferienhäusern. Schweden mit dem Wohnmobil ist eine komplett andere Reise, weil jeden Tag neu entschieden wird, wo wir stehen. Wir haben dabei nie komplett frei gestanden. Unsicher hätten wir uns in Schweden dabei nicht gefühlt, wir würden es aber nur dort machen, wo es ausdrücklich erlaubt ist.
Entsorgen dauert rund zehn Minuten
Schwierig war die Entsorgung in Schweden nirgends, mal war sie bequemer und mal etwas umständlicher. Wo es eine Bodenöffnung zum Überfahren gab, war der Fäkalientank in wenigen Minuten leer. Auf den anderen Plätzen haben wir ihn über unser Grauwassertaxi geleert und damit zur Entsorgungsstelle gezogen, die meist auf Toilettenhöhe liegt. Auf Dalskärs Camping musste das Taxi rund anderthalb Meter hoch gehoben werden, voll wiegt es gut 40 Kilo, und das schafft nicht jeder. Umständlich wird es vor allem, wenn der Weg lang ist, über unbefestigte Wege bergauf und bergab führt oder an Leuten vorbei, die gerade beim Essen sitzen.
Beim Grauwasser war es ähnlich. Einige Male konnten wir über die Bodenöffnung fahren, auf anderen Plätzen war die Zufahrt so verwinkelt, dass ich mit Luna nicht hineinfahren wollte, dann kam auch hier das Taxi zum Einsatz, meist in zwei Fuhren. Unangenehm war es nur auf First Camp Sjöstugan in Älmhult, wo der Weg sehr weit war und an frühstückenden Nachbarn vorbeiführte, in Bergkvara war er ebenfalls lang. Nach ein paar Tagen hatten wir eine feste Routine: Handschuhe an, Taxi leeren und sauber machen, einen Schuss WC-Ente hinein, danach wieder Bakterien in den Schwarzwassertank. Eine Entsorgung dauert so rund zehn Minuten. Der Fäkalientank hat bei uns jeweils etwa eine Woche gehalten, der Grauwassertank deutlich länger, je nachdem, wie viel an Bord gespült und gewaschen wird. Vorher hatte ich mir das deutlich unangenehmer vorgestellt, mit unserer Dometic-Zerhackertoilette und den Bakterien im Tank gab es aber nie ein Geruchsproblem.
Elf Kilo Gas für sechs Wochen
Mit 11 Kilo Gas sind wir durch die ganzen sechs Wochen gekommen und mussten nie nachkaufen. Dabei lief die Heizung ein paar Nächte über Gas, wir haben mehrfach mit dem Weber Traveler Compact gegrillt, den Backofen benutzt und mit Gas gekocht. Wir haben überall mit Karte bezahlt, in Schweden genauso wie in Dänemark und Deutschland, Bargeld haben wir auf der ganzen Reise nicht gebraucht. Die Stellplätze haben wir in der Regel vorab gebucht und gleich bezahlt. Einzig das Tanken dauert bei Luna, weil der Einfüllstutzen so ungünstig abgewinkelt ist, dass die Zapfpistole ständig abschaltet und der Diesel nur langsam hineinläuft. Volltanken braucht dadurch gut zehn Minuten.
Einkaufen in Schweden macht Spaß
Die Supermärkte in Schweden sind groß, die Auswahl ist riesig, und die Ware wird so ansprechend präsentiert, wie wir es aus Deutschland nicht kennen. Wer auf Kalorien achtet, findet sehr viele leichte Produkte in vielen Varianten, dazu eine Menge Obst. Gesund zu essen fällt damit leicht, ungesund allerdings genauso. Grundnahrungsmittel sind etwas günstiger als bei uns, der Rest ist etwas teurer. Praktisch ist, dass in fast allen größeren Supermärkten gleich eine Apotheke mit drin ist.
Was wir beim nächsten Mal anders planen
Zwei Dinge nehmen wir aus dieser Reise mit. Wir buchen künftig nur noch die Nächte vor, die wir wirklich brauchen, alles andere bleibt offen. Das hat diesmal ausgesprochen gut funktioniert, in Nyfors haben wir viermal verlängert und auf Ryda Gård einmal, weil wir schlicht nicht weiterfahren wollten. Der zweite Punkt ist der Platz für die letzte Nacht vor der Heimfahrt, so wie es die Gessie Ställplats diesmal war. Wer erst abends anfängt zu suchen und am nächsten Morgen über die Brücke muss, macht sich das Leben unnötig schwer. Dasselbe gilt für die erste Nacht nach der Ankunft.
Dazu kommt die Frage, ob sich die Fähre gegen die Brücken rechnet. Ab Trelleborg fährt eine Fähre nach Travemünde. Für Luna inklusive uns beiden und ohne Kabine haben wir einen rabattierten Preis von 130 Euro gesehen (Stand September 2026). Gegen die Maut für Öresundbrücke und Storebælt plus den Sprit für die Strecke über Land ist das eine ernsthafte Alternative. Wir haben es diesmal nicht ausprobiert und sind über die Brücken gefahren. Beim nächsten Mal rechnen wir beide Wege vorher durch.
Regen im Wohnmobil war besser als gedacht
Mit dem Wetter hatten wir fast durchgehend Glück, erst die letzte Woche war verregnet. Ich hatte damit gerechnet, dass mir bei Dauerregen im Wohnmobil die Decke auf den Kopf fällt. Genau das ist ausgeblieben, die Regentage auf Ryda Gård gehören zu den ruhigsten der ganzen Reise. Überhaupt lagen die Herausforderungen am Ende an ganz anderen Stellen, als ich vorher befürchtet hatte, dazu schreiben wir einen eigenen Beitrag. Luna hat durchgehalten, kaputtgegangen ist wenig. Ein paar Schrecksekunden gab es trotzdem, etwa als wir uns in Älmhult im Schotter festgefahren haben und andere Camper uns wieder herausgeholt haben. Auch dazu kommt ein eigener Beitrag, den wir hier verlinken, sobald er steht.
Schweden ist im Alltag teurer, vor allem Essengehen kostet spürbar mehr als zu Hause. Tanken war dafür deutlich günstiger. In Schweden haben wir umgerechnet zwischen 1,70 Euro am Anfang und 1,85 Euro am Ende für den Liter Diesel bezahlt, in Deutschland lag er im selben Zeitraum bei 2,30 bis 2,50 Euro. Bei unserem Verbrauch von 11,5 Litern auf 100 Kilometer macht der Preisunterschied bei jeder Tankfüllung etwas aus. Das nimmt dem vielen Fahren einen Teil seines schlechten Gewissens. Unterm Strich war der erste Sommer mit Luna ein voller Erfolg, abwechslungsreich, spannend und über fünf Wochen hinweg an keinem Tag langweilig. Wir fahren mit einem traurigen Gefühl nach Hause. Genau das wollten wir am Ende erreichen. Wie Luna nach sechs Wochen Regen, Schotter und Ostseeküste aussah und womit wir sie zu Hause wieder sauber bekommen haben, steht im Beitrag zum Wohnmobil reinigen mit dem CleanTruck Starter Kit.
Ich bin Michael, 50, aus der Oberpfalz. Zusammen mit meiner Frau Maria führe ich eine Agentur für SEO und GEO, nebenher schreibe ich Psychothriller. Fünf Jahre lang hatten wir ein Boot in Kroatien und wissen seitdem, wie zuverlässig so etwas Geld frisst. Seit 2026 sind wir mit Luna unterwegs, einem Dethleffs Globetrotter XLi, im Schnitt 13 bis 16 Wochen im Jahr. Rund den halben Tag arbeiten wir aus dem Wohnmobil, der Rest gehört den Orten, an denen wir stehen. Beides steht in diesem Logbuch.
















































































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