977 Kronen kosteten uns die beiden Brücken auf dem Weg nach Schweden, rund 131 Euro für eine einzige Fahrt in eine Richtung. Der größere Teil davon war vermeidbar, allerdings nicht für uns. Luna wiegt beladen 5.330 Kilo bei 5.400 zulässigen, unser Dethleffs Globetrotter XLi, und genau an dieser Zahl scheitert der Rabattvertrag, mit dem leichtere Wohnmobile am Storebælt die Hälfte sparen. Wer die Maut in Dänemark mit einem Wohnmobil plant, sollte deshalb wissen, an welcher Stelle das Gewicht zählt und an welcher die Länge. Die Storebeltbrücke über den Großen Belt und die Öresundbrücke gehören verschiedenen Betreibern, und genau daran hängt der Preis.
613 Kronen am Storebælt für Luna
Am Storebælt zahlten wir um halb sieben abends 613 Kronen, also rund 82 Euro. Das ist der reguläre Expresspreis für ein Wohnmobil bis zehn Meter Länge, und er gilt seit dem 1. Januar 2026. An der Kasse mit Karte oder Bargeld werden daraus 645 Kronen. Den Expresspreis bekommst du nur mit einem automatischen Zahlungsmittel, also einer Bizz im Fenster oder einer hinterlegten Kennzeichenzahlung. Fährst du versehentlich durch eine Spur, die keine grüne Expressspur ist, bleibt der Rabatt trotzdem erhalten, solange die Vereinbarung aktiv ist.
Die anderen Klassen aus der offiziellen Preisliste 2026 sehen so aus. Ein Pkw zwischen drei und sechs Metern zahlt 205 Kronen. Ein Fahrzeug über sechs Meter, das unter 2,70 Meter hoch bleibt, zahlt 314 Kronen. Ab zehn Metern Länge und über 3.500 Kilo werden 969 Kronen fällig, an der Kasse 1.020. Ein Wohnmobil unter 3.500 Kilo und bis sechs Meter Länge rutscht dagegen in die Pkw-Klasse und kommt mit 205 Kronen davon.
Für einen großen Integrierten gibt es damit praktisch nur zwei Ergebnisse. Bleibst du unter zehn Metern, zahlst du 613 Kronen, überschreitest du sie, sind es 969. Damit ist die Storebeltbrücke der teuerste Einzelposten der gesamten Anreise. Die Storebeltbrücke-Maut schlägt bei einem schweren Wohnmobil härter zu als jede andere Gebühr auf der Strecke.
Der Wohnmobilvertrag endet bei 3.500 Kilo
Sund & Bælt bietet für Wohnmobile eine eigene Vereinbarung an, die autocamperaftale. Mit ihr kostet die Überfahrt 314 Kronen statt 613, also 299 Kronen oder rund 40 Euro weniger pro Fahrt. Die Vereinbarung selbst ist kostenlos. Zwei Bedingungen müssen zusammenkommen, denn das Fahrzeug muss über sechs Meter lang sein und darf höchstens 3.500 Kilo haben. Genau diese Grenze ist der Grund, warum wir den vollen Preis zahlen.
Wenn dein Wohnmobil unter 3,5 Tonnen bleibt, lohnt sich der Antrag auf jeden Fall. Du brauchst dafür eine Bizz oder eine Kennzeichenzahlung und meldest dich zusätzlich für die Storebælt Privataftale an, die Vereinbarung läuft dann automatisch mit. Der Betreiber weist darauf hin, dass die Bearbeitung einige Tage dauern kann, also kümmerst du dich besser vor der Abreise darum und nicht am Tag der Überfahrt. Beantragt wird sie über das Kontaktformular auf storebaelt.dk. Kennzeichenzahlung funktioniert für Nummernschilder aus dreizehn Ländern, deutsche gehören dazu.
Für alle Fahrzeuge über 3,5 Tonnen bleibt es beim vollen Tarif. Diesen Punkt haben wir in keinem der gängigen Ratgeber gefunden, und er entscheidet bei einer Hin- und Rückfahrt über knapp 80 Euro. Wer sein Wohnmobil noch aussucht und regelmäßig nach Skandinavien will, sollte diese Grenze deshalb mit einrechnen.
Gemessen werden Höhe und Länge
Beim Durchfahren der Mautanlage wird das Fahrzeug automatisch vermessen, und zwar Gesamthöhe und Gesamtlänge. Das Gewicht spielt an dieser Stelle keine Rolle, es taucht ausschließlich in den Bedingungen der Wohnmobilvereinbarung auf. Gemessen wird der Zustand im Moment der Überfahrt, inklusive allem, was montiert ist. Ein Fahrradträger am Heck, eine Dachbox, ein Trittbrett oder eine Anhängerkupplung zählen also mit. Wer knapp unter einer Grenze liegt, sollte das im Kopf behalten, denn zwischen 314 und 613 Kronen liegt eine einzige gemessene Kategorie.
Die bekannten Freizeitrabatte helfen bei großen Fahrzeugen übrigens nicht weiter. Der Abendrabatt mit 246 Kronen für Hin- und Rückfahrt zwischen 16 und 3 Uhr sowie der Wochenendrabatt mit 346 Kronen gelten ausdrücklich nur für Autos unter sechs Metern und für Motorräder. Beide setzen zusätzlich die Storebælt Privataftale voraus. Seit dem 1. Juli 2026 gibt es außerdem ein Online-Ticket für Wohnmobile, das 30 Tage gültig ist und über Brobizz gebucht wird. Es spart Zeit an der Anlage, preislich entspricht es dem Expresstarif.
ØresundGO senkt die Maut um 60 Prozent
Zwei Stunden nach dem Storebælt kostete die Öresundbrücke 364 Kronen, rund 49 Euro. Möglich macht das ØresundGO, ein Rabattvertrag mit 370 Kronen Jahresgebühr, den ich Mitte Juli abgeschlossen hatte. Ohne diesen Vertrag zahlt ein Wohnmobil zwischen sechs und zehn Metern an der Zahlstelle 1.040 Kronen, mit vorab gekauftem Online-Ticket 930. Der Nachlass liegt damit bei rund 60 Prozent, und schon die erste Hin- und Rückfahrt spielt die Jahresgebühr wieder ein. Die Preise gelten in dänischen Kronen seit dem 18. Mai 2026.
Bei der Öresundbrücke-Maut zählt ausschließlich die Länge, das Gewicht spielt an dieser Stelle keine Rolle. Für schwere Integrierte bis zehn Meter ist der Abschluss deshalb eine der wenigen Stellen, an denen es keinen Haken gibt. Alle Preisklassen, die Rechnung für Hin- und Rückfahrt und die Frage, wie die Länge gemessen wird, stehen im eigenen Beitrag über die Kosten der Öresundbrücke fürs Wohnmobil.
Ein Detail für alle, die in schwedischen Kronen zahlen. Zum 1. September 2026 steigen die Beträge auf der schwedischen Seite, für ein Wohnmobil zwischen sechs und zehn Metern von 520 auf 536 Kronen, die Jahresgebühr von 530 auf 545. Grundlage der Preise ist die dänische Krone, die schwedischen Beträge wandern mit dem Wechselkurs.
ØresundGO gilt nur für die Öresundbrücke
Diesen Punkt hatte ich vor der Reise falsch verstanden. Die beiden Brücken gehören verschiedenen Betreibern, und jeder von ihnen hat ein eigenes Rabattsystem. Der Storebælt wird von Sund & Bælt abgerechnet, die Öresundbrücke von Øresundsbron. Ein ØresundGO im Gepäck ändert am Storebælt gar nichts, dort zahlst du den vollen Preis, solange keine passende dänische Vereinbarung läuft. Es senkt ausschließlich die Öresundbrücke-Maut.
Wer beide Brücken auf einer Reise nimmt, bereitet die Maut deshalb zweimal getrennt vor. Praktisch heißt das, ØresundGO abzuschließen, weil es sich unabhängig vom Gewicht sofort rechnet. Zusätzlich prüfst du am Storebælt, ob du unter 3.500 Kilo bleibst und damit die autocamperaftale bekommst. Bei einem schweren Fahrzeug bleibt nur die Entscheidung, ob du die Brücke überhaupt nimmst.
Über 3,5 Tonnen bleiben Wohnmobile mautfrei
Seit dem 1. Juli 2024 gilt die deutsche Lkw-Maut ab 3,5 Tonnen technisch zulässiger Gesamtmasse, und diese Zahl verunsichert viele Wohnmobilbesitzer. Reine Wohnmobile bleiben mautfrei, weil die Maut an den Güterverkehr gebunden ist. Ein Wohnmobil dient ausschließlich der Personenbeförderung und trägt deshalb die Fahrzeugklasse M1 mit Sonderaufbau. Kritisch wird es laut ADAC bei Fahrzeugen auf Lkw- oder Omnibus-Chassis, die als Lkw zugelassen sind oder von außen nicht eindeutig als Wohnmobil erkennbar wirken. Wer so ein Fahrzeug fährt, kann es freiwillig bei Toll Collect registrieren und sich damit Diskussionen bei Kontrollen ersparen.
In Dänemark sieht es ähnlich entspannt aus. Dort gilt seit dem 1. Januar 2025 eine kilometerabhängige Straßenbenutzungsgebühr, die sich an Lastwagen ab zwölf Tonnen richtet. Für private Wohnmobile fällt außerhalb der beiden großen Brücken keine Maut an, weder auf Autobahnen noch auf Landstraßen. Die 82 Euro am Storebælt tun weh, dafür kostet der Rest der Strecke durch Dänemark keinen Cent. Die gesamte Maut in Dänemark besteht für Wohnmobilfahrer aus genau zwei Brücken.
Maut Schweden: 4 bis 20 Kronen je Brücke
Die Maut in Schweden fällt nach den dänischen Beträgen kaum noch auf. Abgaben werden auf drei Brücken erhoben, nämlich 4 Kronen auf der Skurubron bei Nacka, 5 Kronen auf der Motalabron und 9 Kronen auf der Sundsvallsbron, jeweils für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen. Schwere Lastwagen zahlen an der Motalabron 11 und in Sundsvall 20 Kronen. Kassiert wird rund um die Uhr an allen Tagen, Kameras erfassen das Kennzeichen automatisch. Auf der Skurubron sind Motorräder und Busse über 3,5 Tonnen von der Abgabe ausgenommen.
Teurer wird es in Stockholm und Göteborg, wo eine Innenstadtmaut namens trängselskatt läuft. In Stockholm reicht die Spanne von 15 bis 45 Kronen je Passage, gedeckelt auf 135 Kronen pro Tag in der Hochsaison und 105 Kronen in der Nebensaison. Göteborg nimmt zwischen 9 und 22 Kronen mit einem Tagesdeckel von 60 Kronen, und mehrere Zahlstellen innerhalb einer Stunde werden nur einmal berechnet. An Samstagen, Sonntagen und Feiertagen fällt nichts an, im gesamten Juli ebenfalls nicht. Wer im Hochsommer durch Göteborg fährt, kommt also gratis durch.
Bei ausländischen Kennzeichen übernimmt der Dienstleister Epass24 die Abrechnung, die Rechnung trifft erst nach der Reise ein. Ein Konto dort anzulegen kostet nichts und erspart dir den Postweg über die Landesgrenze. Achte dabei auf einen Punkt, vor dem die schwedische Verkehrsbehörde derzeit selbst warnt. Es kursieren gefälschte SMS mit angeblichen Zahlungsaufforderungen für Bußgelder und Kameraerfassungen. Echte Zahlungsaufforderungen kommen ausschließlich per Post oder über dein Konto bei Epass24, SMS und E-Mails dieser Art stammen von Betrügern. Für eine Sommerreise summiert sich die echte Maut in Schweden auf wenige Euro, solange du Stockholm zur Hauptverkehrszeit meidest. Wo wir unterwegs gestanden haben, steht bei unseren Stellplätzen in Schweden.
Über Puttgarden umgehst du den Storebælt
Die Route über Jütland und Fünen führt zwangsläufig über den Storebælt. Die Vogelfluglinie über Puttgarden und Rødby lässt ihn dagegen links liegen, weil sie direkt auf Lolland und von dort über Seeland zur Öresundbrücke führt. Scandlines verlangt auf dieser Strecke ab 82,80 Euro für die einfache Fahrt im Standardtarif, im Sparpreis ab 66,65 Euro, jeweils für Fahrzeuge bis sechs Meter, Stand August 2026. Für längere Fahrzeuge kommt ein Zuschlag nach Länge dazu, den die Reederei bei Nachtabfahrten auf ausgewählten Verbindungen erlässt. Es gibt zusätzlich Kombitickets, die Fähre und Öresundbrücke zusammenfassen.
Rechnen lohnt sich, weil beide Wege bei der Maut in derselben Größenordnung landen und die Fähre knapp 45 Minuten Pause mitbringt, in denen sich an Bord sogar arbeiten lässt, sofern das Netz mitspielt. Auf der Straße erledigt das bei uns Starlink. Achte dabei auf die Einstellungen deines Navigationsgeräts. Bei uns stand die Option, Fähren zu vermeiden, noch nicht aktiv, und das Gerät schickte uns zu einem Fährhafen mit Überfahrt nach Schweden. Anderthalb Stunden und einige Staus später waren wir wieder auf der geplanten Strecke. Wie das ausging, steht ausführlich in unserem Reisebericht aus Schweden.
Unsere Rechnung: 2.324 Kronen hin und zurück
Für eine komplette Reise nach Schweden und zurück kommen wir mit Luna auf 1.226 Kronen für den Storebælt, 728 Kronen Öresundbrücke-Maut und 370 Kronen Jahresgebühr, zusammen also 2.324 Kronen oder rund 311 Euro. Ohne ØresundGO wären es 982 Kronen mehr gewesen, das entspricht etwa 131 Euro Ersparnis durch ein Abo, das 50 Euro im Jahr kostet. Der teuerste Einzelposten bleibt der Storebælt mit 164 Euro für zwei Überfahrten, und daran ändert sich nichts, solange Luna in der 5,4-Tonnen-Klasse fährt. Was diese Klasse sonst noch bedeutet, vom C1 bis zur Kfz-Steuer, steht im Ratgeber Wohnmobil über 3,5 Tonnen.
Für die nächste Fahrt steht ein Vergleich mit der Vogelfluglinie an, inklusive Nachtabfahrt und Kombiticket. Für die kommenden Reisen bleibt ØresundGO gesetzt, weil es die Maut in Dänemark bereits bei einer einzigen Hin- und Rückfahrt drückt. Für alle, die gerade ein Wohnmobil suchen und viel nach Skandinavien wollen, ist die 3,5-Tonnen-Grenze ein Argument, das in keiner Preisliste beim Händler auftaucht. Sie wirkt weit über die Maut hinaus, vom Führerschein bis zur Frage, welche Werkstatt ein Fahrzeug dieser Größe überhaupt annimmt.
Alle Beträge auf einen Blick
Die Maut Dänemark trägt dabei den größten Teil der Kosten, die Maut Schweden fällt daneben kaum ins Gewicht. Alle Werte gelten für ein Wohnmobil in unserer Größenklasse.
- Maut Dänemark, Storebælt Wohnmobil bis 10 m: 613 DKK Express, 645 DKK an der Kasse
- Storebælt mit Wohnmobilvertrag (nur bis 3.500 kg): 314 DKK
- Storebælt, über 3.500 kg und über 10 m: 969 DKK Express, 1.020 DKK an der Kasse
- Öresundbrücke, Wohnmobil 6 bis 10 m: 364 DKK mit ØresundGO, 930 DKK als Online-Ticket, 1.040 DKK an der Zahlstelle
- ØresundGO: 370 DKK Jahresgebühr, rund 60 Prozent Nachlass
- Maut Schweden, Brückenabgaben: 4 bis 9 SEK je Durchfahrt für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen
- Trängselskatt: bis 135 SEK pro Tag in Stockholm, bis 60 SEK in Göteborg, im Juli kostenlos
Stand der Preise ist August 2026. Die Betreiber passen ihre Tarife mehrmals im Jahr an, deshalb lohnt vor der Abfahrt ein kurzer Blick auf storebaelt.dk und oresundsbron.com.
Ich bin Michael, 50, aus der Oberpfalz. Zusammen mit meiner Frau Maria führe ich eine Agentur für SEO und GEO, nebenher schreibe ich Psychothriller. Fünf Jahre lang hatten wir ein Boot in Kroatien und wissen seitdem, wie zuverlässig so etwas Geld frisst. Seit 2026 sind wir mit Luna unterwegs, einem Dethleffs Globetrotter XLi. Rund den halben Tag arbeiten wir aus dem Wohnmobil, der Rest gehört den Orten, an denen wir stehen. Beides steht in diesem Logbuch.
Schreib uns einen Kommentar