Lunas Logbuch Logo
Drei Achsen zwei Laptops ein Wohnmobil

Verarbeitung im Globetrotter XLi: Spaltmaße bis zu einem Zentimeter

Ratgeber · 16. September 2026 zuletzt ergänzt am 14. Oktober 2026
Küchenfront im Wohnmobil mit deutlich sichtbarem senkrechten Spalt zwischen Schubladenblock und Tür

Der Dethleffs Globetrotter XLi ist ein teures Fahrzeug, und genau deshalb schauen wir bei der Verarbeitung genau hin. Das meiste am Aufbau ist ordentlich gemacht. An einer Stelle allerdings sieht man mit bloßem Auge, dass in der Fertigung etwas nicht gestimmt hat, und das sind die Spaltmaße an den Möbeln.

Bis zu ein Zentimeter Spalt an den Küchenschränken

Bei den drei Küchenschubladen untereinander und am Sideboard liegen die Spaltmaße teilweise bei einem ganzen Zentimeter. Manche Schubladen sitzen seitlich versetzt, bei den oberen sind es von links nach rechts über einen halben Zentimeter Versatz. Dafür braucht es keinen Zollstock, das fällt beim ersten Blick auf die Küche auf. Auf unserem Fahrzeug klebte bei der Übernahme ein Listenpreis von 205.219 Euro. Für diesen Betrag ist das zu wenig.

Preisschild an der Windschutzscheibe mit 205.219 Euro Listenpreis laut Hersteller
Das Preisschild, wie es bei der Übernahme an der Scheibe klebte: 205.219 Euro Listenpreis laut Hersteller.

Dass im Wohnmobilbau Gewicht gespart wird und Materialien deshalb dünn ausfallen, verstehen wir. Ein Möbel im Wohnmobil kann nicht gebaut sein wie ein Küchenschrank zu Hause, weil jedes Kilo von der Zuladung abgeht. Schief sitzende Schubladen haben damit allerdings nichts zu tun, das ist eine Frage der Montage. Die Fotos unten zeigen, wie es bei einem ausgelieferten Fahrzeug aussieht.

Oberschrank im Wohnmobil, die Klappe sitzt schief im Rahmen, der Spalt läuft nach unten breiter zu
Der Oberschrank: Der Spalt läuft nach unten sichtbar auseinander.
Senkrechte Fuge zwischen Wandverkleidung und Schubladenblock im Wohnmobil, der Spalt verläuft keilförmig
Die Fuge am Schubladenblock verläuft keilförmig statt parallel.
Küchenfront im Wohnmobil mit deutlich sichtbarem senkrechten Spalt zwischen Schubladenblock und Tür
An der Küchenfront ist der Spalt mit bloßem Auge zu sehen.

Zwei Stellen, die in dieselbe Richtung gehen

Das Fliegengitter der Eingangstür schrappt beim Schließen über seine Leiste. Das ist laut, und es wirkt nicht wie eine Konstruktion, die zehn Jahre hält. Wir machen die Tür deshalb bewusst langsam zu, was im Alltag schnell nervt, weil man beim Hereinkommen selten Zeit hat.

Der zweite Punkt sind die großen Heckklappen der Garage. Sie sind praktisch, weil man von beiden Seiten an alles herankommt. Sie verziehen sich allerdings, wenn sie einmal im Wind aufschlagen, und bei uns hat es die auf der Beifahrerseite bereits leicht erwischt. Klappen, die nach oben öffnen, wären an dieser Stelle die haltbarere Lösung gewesen.

Was am Stauraum fehlt

Ein Punkt gehört streng genommen zum Grundriss und zählt nicht als Verarbeitungsfehler. Er fällt trotzdem täglich auf. Am Eingang gibt es keine Ablage für Schuhe. Sie liegen deshalb unten im Einstieg, und auf der untersten Stufe steht man regelmäßig in den eigenen Schuhen. Bei einem Fahrzeug dieser Größe hätte dafür Platz sein müssen.

In der Heckgarage und in den Fächern rund um die Betten steckt dagegen viel Platz, allerdings hinter ziemlich kleinen Öffnungen. Ganz hinten läuft der Raum zur Decke zusammen, dort passt keine normale Kiste mehr hinein. In diese Fächer wandert bei uns alles, wofür sich sonst kein Platz fand, und gesucht wird dann mit der Taschenlampe.

Was uns sonst noch aufgefallen ist

Drei weitere Stellen passen in dieses Bild, jede für sich eine Kleinigkeit. Nach einer Schotterpiste in Mittelschweden lagen die Kopfkissen im Heckbett voller Sägespäne, die noch aus der Produktion im Möbelaufbau steckten und sich durch die Vibration gelöst hatten. Das Kopfteil über den Betten ist ein dünnes bezogenes Brett, das beim Anlehnen knarzt, nachzulesen im Beitrag Schlafen im Globetrotter XLi. Aus der Werkstatt kam der Globetrotter XLi außerdem mit Schmutz im Innenraum, einem losen Blinker und einer fehlenden Sicherung zurück, das steht im Beitrag Zurück aus der Werkstatt.

Keine dieser Stellen hat uns eine Reise gekostet. Zusammengenommen zeichnen sie trotzdem ein Bild davon, wie so ein Fahrzeug die Endkontrolle verlässt. Alles, was bei uns bisher wirklich ausgefallen ist, sammeln wir chronologisch auf der Übersichtsseite zu unserem Globetrotter XLi.

Warum wir das trotzdem aufschreiben

Wir zeigen diese Stellen, weil im offiziellen Auftritt eines Herstellers naturgemäß keine Spaltmaße zu sehen sind. Wer sich ein Wohnmobil in dieser Preisklasse ansieht, sollte wissen, worauf er bei der Übergabe achten kann, und die Möbelfronten gehören auf diese Liste. Nimm dir bei der Übernahme die Zeit, jede Schublade und jede Klappe einmal zu öffnen und von der Seite auf die Fugen zu schauen.

Unser Urteil zum Fahrzeug fällt deswegen nicht schlecht aus. Der XLi fährt sich gut, die Technik läuft, und im Alltag wohnen wir gern darin. Die Verarbeitung der Möbel ist der eine Bereich, in dem wir nach den ersten Monaten mehr erwartet hätten, und beim nächsten Fahrzeug würden wir genau dort vor der Unterschrift genauer hinsehen.

Von den Spaltmaßen ist bis heute nichts behoben (Stand: 20. September 2026). Sie fallen unter die Gewährleistung, die Nacharbeit würde uns also nichts kosten.

Michael Lengemann
Geschrieben von

Ich bin Michael, 50, aus der Oberpfalz. Zusammen mit meiner Frau Maria führe ich eine Agentur für SEO und GEO, nebenher schreibe ich Psychothriller. Fünf Jahre lang hatten wir ein Boot in Kroatien und wissen seitdem, wie zuverlässig so etwas Geld frisst. Seit 2026 sind wir mit Luna unterwegs, einem Dethleffs Globetrotter XLi, im Schnitt 13 bis 16 Wochen im Jahr. Rund den halben Tag arbeiten wir aus dem Wohnmobil, der Rest gehört den Orten, an denen wir stehen. Beides steht in diesem Logbuch.

Schreib uns einen Kommentar

Dein Kommentar erscheint, sobald wir ihn freigegeben haben. Name und E-Mail-Adresse sind erforderlich, die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.