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Stellplätze · Deutschland
Schleswig-Holstein

Hartenholm: Camping auf dem Hof bei Claudia und Helge

Deutschland · Hartenholm
Unser Wohnmobil steht mit ausgefahrener Markise auf der Wiese, davor Campingtisch und Stühle, im Hintergrund ein alter Bus und Bäume.
3,9 / 5
Anbieter · Claudia und Helge
Platz ansehen und buchen Führt auf die Seite des Platzes. Wir verdienen daran nichts.
Sauberkeit
Lage
Ausstattung
Platzangebot
Preis-Leistung

Wann wir hier standen

  1. 6. bis 7. September 2026 Zweiter Besuch auf dem Rückweg, vorab über WhatsApp abgesprochen.
  2. 2. bis 3. August 2026

Der Platz in Hartenholm wird als „Camping für Körper, Geist und Seele“ beschrieben. Bei diesem Hartenholm Camping handelt es sich im Grunde um einen kleinen Stellplatz in Schleswig-Holstein, gebucht über Hinterland. Der Platz gehört zu einer Art Bauernhof, den Claudia und Helge betreiben, mit mehreren Pferden, zwei Highland-Rindern, zwei geretteten Schweinen und Kaninchen. Nach unserer Schätzung passen acht bis zehn Fahrzeuge auf das Gelände, Wohnwagen, Wohnmobile und Zelte gleichermaßen. Der Untergrund ist fest und eben, ausgerichtet war Luna in wenigen Minuten.

Wir haben hier vom 2. auf den 3. August 2026 gestanden, auf dem Weg nach Schweden. Auf dem Rückweg kommen wir wieder, vom 6. auf den 7. September 2026 stehen wir zum zweiten Mal auf diesem Stellplatz, danach geht es weiter in den KNAUS Campingpark Hamburg.

Ohne Toilette vom Autohof nach Hartenholm

Die Vorgeschichte gehört dazu. In der Nacht davor hatte unsere Bordtoilette den Dienst eingestellt, und wir sind auf einem Autohof gelandet, weil eine Sicherung fehlte. Für die Nacht von Samstag auf Sonntag brauchten wir deshalb einen Platz mit funktionierender Toilette, und genau deswegen sind wir auf dem Stellplatz in Hartenholm bei Claudia und Helge gelandet. Die Anfahrt führt über schmale, einspurige Anwohnerstraßen in einer 30er-Zone. Mit Luna und ihren 8,61 Metern war das eng, geklappt hat es trotzdem ohne Zwischenfall. Wer hier mit einem großen Fahrzeug anreist, fährt die letzten Meter besser langsam und mit Blick auf die Spiegel. Hartenholm war damit die erste Station der Reise, an der wir wieder normal übernachten konnten.

Zwanzig Minuten Begrüßung und ein Hausboot

Zuerst kam Helge heraus, kurz darauf Claudia, und dann standen wir gut zwanzig Minuten zusammen und haben geredet. Ein gemeinsames Thema war schnell gefunden, denn die beiden wollten früher einmal ein Hausboot kaufen, und wir hatten fünf Jahre lang ein Boot in Kroatien. So eine Begrüßung haben wir auf keinem anderen Platz dieser Reise erlebt. Danach haben sie uns einen Standplatz vor dem alten Partybus ihres Sohnes gegeben, direkt an der Pferdekoppel. Hubstützen raus, Markise raus, Campingtisch und Westfield-Stühle davor, und der Nachmittag gehörte uns. Im Lauf des Abends kamen noch vier bis fünf weitere Fahrzeuge dazu, fast ausschließlich Niederländer.

Zwei Toiletten, eine Dusche, alles inklusive

Die Sanitäranlagen sind der Grund, warum dieser Stellplatz für uns an diesem Tag die Rettung war. Es gibt zwei Toiletten und eine Dusche, beides ohne Aufpreis, die Dusche ist großzügig geschnitten und schön gebaut. Sauber war alles, dazu liebevoll eingerichtet. In der Dusche stehen Duschgel, Shampoo und einiges mehr bereit, falls ein Gast etwas vergessen hat. Frischwasser lässt sich auffüllen. Eine Küche, eine Spülmöglichkeit und eine Entsorgung für Grau- oder Schwarzwasser gibt es hier nicht. Strom kostet 5 Euro pro Nacht extra, alles andere steckt im Preis. Bezahlt haben wir 36 Euro für die Nacht, das ist verhältnismäßig viel, für die Betreuung war es uns das wert.

Kaltblüter, Highland-Rinder und zwei gerettete Schweine

Claudia hat uns gefragt, ob wir mit zu den Pferden wollen, und das haben wir dankend angenommen. Es sind Kaltblüter, riesig und sehr beeindruckend, dabei ausgesprochen lieb. Dazu kommen zwei gerettete Schweine, Kaninchen und die Highland-Rinder. Wir durften alles ansehen und streicheln, und Claudia hat uns zu jedem Tier etwas erzählt. Auf dem Hof leben außerdem große Hunde. Sie sind durchgehend eingezäunt und kommen zu keinem Zeitpunkt an die Gäste heran, außerdem sind sie sehr lieb. Wer Angst vor großen Hunden hat, sollte trotzdem darauf vorbereitet sein. Nach Stall gerochen hat es bei unserem Besuch übrigens zu keiner Zeit. Für Kinder ist dieser Stellplatz damit ein kleines Programm für sich.

Der Campcation-Tipp hat unsere Reise verändert

Aus diesem Abend beim Hartenholm Camping ist der wichtigste Tipp der ganzen Reise entstanden. Wir hatten bis dahin ausschließlich über Hinterland gesucht und dabei gemerkt, dass es in Dänemark und Schweden dort so gut wie keine Plätze gibt. Beiläufig erzählt, und Helge sagte, wir sollten uns Campcation ansehen. Genau darüber haben wir anschließend fast jeden Platz dieser Reise gefunden und gebucht, mit Ausnahme der beiden First-Camp-Plätze. Empfohlen haben die beiden uns außerdem eine Ranch in Schweden, deren Namen ich leider vergessen habe. Dort waren wir nicht, weil unsere Route schlicht nicht daran vorbeiführte. Ohne den Campcation-Hinweis wären wir in Skandinavien deutlich schlechter untergekommen. Dafür allein hat sich der Stopp in Hartenholm schon gelohnt.

Was den Stellplatz Hartenholm trägt

Bei der Lage bleiben wir beim Hartenholm Camping bei drei Sternen. Das Gelände liegt in einer Wohnsiedlung, die Zufahrt ist eng, und man steht dicht beieinander. Wir hatten Glück und schauten aus dem Fenster auf die Pferdekoppel, die übrigen Gäste sehen vor allem sich gegenseitig, und das drückt ein wenig. In Gehweite gibt es nichts, spazieren gehen lässt sich hier trotzdem gut. Als Zwischenstopp auf dem Weg nach Norden oder Süden ist das genau richtig.

Getragen wird dieser Platz von der Herzlichkeit der beiden Gastgeber, und die ist der eigentliche Grund für unsere Rückkehr zum Hartenholm Camping. Vor dem zweiten Besuch habe ich Helge über WhatsApp geschrieben, und es kam sofort eine Sprachnachricht zurück. Claudia hat sich in der Zwischenzeit meinen Thriller Parallelen gekauft, den sie im Urlaub lesen will. Solche Gastgeber findet man selten, und deshalb steht dieser Stellplatz auf unserer Liste ganz oben, wenn wir wieder durch Schleswig-Holstein fahren.

Bildergalerie
Michael Lengemann
Geschrieben von

Ich bin Michael, 50, aus der Oberpfalz. Zusammen mit meiner Frau Maria führe ich eine Agentur für SEO und GEO, nebenher schreibe ich Psychothriller. Fünf Jahre lang hatten wir ein Boot in Kroatien und wissen seitdem, wie zuverlässig so etwas Geld frisst. Seit 2026 sind wir mit Luna unterwegs, einem Dethleffs Globetrotter XLi, im Schnitt 13 bis 16 Wochen im Jahr. Rund den halben Tag arbeiten wir aus dem Wohnmobil, der Rest gehört den Orten, an denen wir stehen. Beides steht in diesem Logbuch.

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