Am 1. August 2026 sind wir mit Luna für sechs Wochen losgefahren, die meiste Zeit davon waren wir in Schweden. Die Stationen stehen im Reisebericht, unsere Sorgen von vorher und was daraus wurde in einem eigenen Beitrag. Hier geht es um die Planung. Wenn wir die nächste lange Wohnmobil-Reise planen, machen wir einiges anders. Das Ziel steht schon fest, rund drei Wochen Schottland im März und April 2027, alles andere ist noch mitten in der Vorbereitung.
Vorbuchen nur noch für die erste Nacht
Wir buchen künftig fast nichts mehr vor. Über Campcation haben wir in Schweden immer einen Platz bekommen, das war auf der ganzen Reise kein Thema. Wer nichts festgelegt hat, kann einfach bleiben, wenn es schön ist. In Nyfors haben wir viermal verlängert und auf Ryda Gård einmal, weil wir nicht weiterfahren wollten. Ich würde es beim nächsten Mal komplett auf mich zukommen lassen, das ist für mich die größte Änderung gegenüber dem Sommer.

Eine Ausnahme machen wir in der Hauptsaison, wenn in Deutschland viele unterwegs sind. Dann buchen wir die erste Nacht über Hinterland vor, bei Helge und Claudia in Hartenholm. Dort wissen wir, dass es passt. Der Platz ist sauber, für eine Nacht brauchen wir keinen Strom und mehr als einen schönen Platz zum Übernachten wollen wir am ersten Abend nicht. Helge hat uns im Sommer überhaupt erst auf Campcation gebracht, darüber haben wir danach fast jeden Platz der Reise gefunden.
Fahren wir wieder über die Brücken nach Schweden, buchen wir auch die erste Nacht dort vor, auf der Gessie Ställplats bei Vellinge. Dort haben wir die letzte Nacht vor der Heimfahrt verbracht und der Platz liegt kurz vor der Öresundbrücke, für An- und Abreise ist das ideal. Es gibt zehn Toiletten und sechs Duschen, die sich auch benutzen lassen. Bezahlt haben wir knapp 30 Euro, Strom eingeschlossen (Stand September 2026).

Unsere erste Nacht in Schweden hatten wir auf der Arrie Ställplats verbracht, ebenfalls in Vellinge. Dort gab es eine einzige, schmutzige Toilette für den ganzen Platz, im selben Raum wie die Dusche. Künftig buchen wir deshalb nur noch Plätze mit WC und Dusche, weil wir im Wohnmobil nicht duschen wollen.
Fähre nach Trelleborg gegen die zwei Brücken gerechnet
Ab Travemünde fährt eine Fähre nach Trelleborg. Für Luna mit uns beiden und ohne Kabine haben wir für die einfache Fahrt einen Preis von 130 Euro gesehen (Stand September 2026). Den Rabatt dafür habe ich per E-Mail bekommen, es gibt ihn vor allem für frühe Buchungen. Über Land sind es von Travemünde nach Trelleborg laut Routenplaner rund 540 Kilometer, quer durch Dänemark und über Storebælt und Öresundbrücke. Bei unserem Verbrauch von 11,5 Litern auf 100 Kilometer brauchen wir dafür gut 60 Liter Diesel.

Im Sommer haben wir zwischen 1,70 Euro in Schweden und 2,50 Euro in Deutschland für den Liter bezahlt, je nach Tankstelle sind das also 105 bis 155 Euro. Dazu kommt die Maut. Auf dem Hinweg haben uns die beiden Brücken 977 Kronen gekostet, rund 131 Euro. Der Landweg liegt damit bei rund 240 bis 290 Euro für eine Richtung, die Fähre bei rund der Hälfte. Obendrauf kommen gut 500 Kilometer mehr auf dem Tacho und der Verschleiß, der dazugehört.
Wir sind diesmal über die Brücken gefahren und haben die Fähre nicht ausprobiert. Wenn es sich einrichten lässt, nehmen wir beim nächsten Mal nach Schweden die Fähre. Wenn du eine Wohnmobil-Reise planen willst, die über Dänemark nach Schweden führt, rechne beide Wege vorher durch.
Bäume am Stellplatz vorher auf Google Maps ansehen
Das Arbeiten unterwegs hat auf der ganzen Reise funktioniert, daran ändern wir nichts. Besser machen will ich die Kontrolle vor der Buchung. Zweimal haben uns in Schweden Bäume den Empfang von Starlink gestört, oft reicht dann schon ein Versatz von zwei Metern. Künftig sehe ich mir jeden Platz auf Campcation zusätzlich in Google Maps an und schaue, wie viele Bäume dort stehen. Wer wie wir den halben Tag aus dem Wohnmobil arbeitet, spart sich damit die Suche nach einem freien Stück Himmel.

Eine Idee habe ich dafür vorerst verworfen. Ich hatte überlegt, das Starlink Mini fest aufs Dach zu montieren. Im Moment hängt es in einer Halterung im geöffneten Dachfenster, dort ist es gut aufgehoben und wir sind deutlich flexibler. Es bleibt deshalb bis auf Weiteres, wo es ist.

Strom nur noch für längere Aufenthalte buchen
Stehen wir irgendwo nur eine Nacht und fahren am nächsten Tag sicher weiter, buchen wir keinen Strom mehr dazu. Mit unseren 336 Ah Lithium kommen wir eine Nacht locker aus. In Schweden steckte der Strom fast überall im Preis, in Hartenholm kostet er 5 Euro pro Nacht extra.

Bei der Entsorgung rechnen wir inzwischen mit dem, was wir wissen. Mit Fäkalien- und Grauwassertank kommen wir fünf bis sechs Tage aus, länger hält es, wer tagsüber die Sanitärgebäude der Plätze nutzt. Wir können also auch zwei oder drei Tage auf einem Platz ohne Entsorgung stehen, wenn die Tanks vorher leer waren. Damit kommen bei der Planung auch kleine Plätze in Frage, auf denen es keine Entsorgung gibt.
Was beim nächsten Mal aus der Heckgarage fliegt
In der Heckgarage lag zu viel, das ich eingepackt hatte, weil wir es vielleicht hätten brauchen können. Ein großer Teil davon bleibt künftig zu Hause, das spart Platz und Gewicht. Fährt Raik nicht mit, fliegen der dritte Campingstuhl und sein E-Scooter raus. Der Teppich für unter die Markise bleibt ebenfalls zu Hause, wir haben ihn ein einziges Mal ausgelegt. Den Sonnenschutz für die Markise hatte ich auch als Sichtschutz eingeplant, wir haben ihn einmal aufgehängt und er war eher lästig als nützlich.
Getränke nehmen wir nur noch für die ersten Tage aus Deutschland mit, den Rest kaufen wir in Dänemark oder Schweden, in Schottland halten wir es genauso. Das spart Gewicht und wir fahren das Leergut nicht wieder zurück. Im Sommer waren es knapp 100 Dosen alkoholfreies Bier, das mache ich nicht noch einmal. Die Kartuschen für den Wassersprudler kaufen oder tauschen wir künftig vor Ort, in Schweden gibt es sie auch. Für sechs Wochen würde ich außerdem Instantkaffee einpacken und die Kapseln für die Qbo ONE nur noch für den schnellen Kaffee zwischendurch nehmen, sonst müssten wir sehr viele Kapseln mitschleppen.
Zwei Bretter und AdBlue als Reserve an Bord
Zwei Dinge kommen neu dazu. Ich will mir zwei Bretter besorgen, 1,50 bis 2 Meter lang und 25 bis 30 Zentimeter breit. Luna hat hinten einen langen Überhang, in einer Senke können der Aufbau oder die hinteren Hubstützen aufsetzen. Bei unserem Kurzurlaub an den Samerberg ist genau das passiert, an der Einfahrt zum Weyererhof hat Luna in einer kleinen Senke hinten mit dem Aufbau leicht aufgesetzt, also mit dem AL-KO-Tiefrahmen. Die hinteren Hubstützen hatten bisher immer ein, zwei Millimeter Luft. Bei der Ausfahrt war es wieder knapp, zwischen Aufbau und Schotter blieb nur wenig Luft. Droht das noch einmal, lege ich die Bretter unter und bin auf niemanden angewiesen. In der Heckgarage stehen sie ganz an der Wand und stören dort keinen.

Außerdem fährt künftig ein 10-Liter-Kanister AdBlue mit. Unterwegs ist AdBlue an der Tankstelle sehr teuer, mit dem eigenen Kanister sind wir davon unabhängig.
Ich bin Michael, 50, aus der Oberpfalz. Zusammen mit meiner Frau Maria führe ich eine Agentur für SEO und GEO, nebenher schreibe ich Psychothriller. Fünf Jahre lang hatten wir ein Boot in Kroatien und wissen seitdem, wie zuverlässig so etwas Geld frisst. Seit 2026 sind wir mit Luna unterwegs, einem Dethleffs Globetrotter XLi, im Schnitt 13 bis 16 Wochen im Jahr. Rund den halben Tag arbeiten wir aus dem Wohnmobil, der Rest gehört den Orten, an denen wir stehen. Beides steht in diesem Logbuch.
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