Neun Tage vor unserem ersten großen Urlaub mit Luna stand das Wohnmobil halb beladen in der Einfahrt, und eine der hinteren Hubstützen fuhr nicht mehr aus. Entdeckt hat es unser Sohn Raik am Donnerstag, dem 23. Juli. Hubstützen am Wohnmobil sind kein Luxus, sobald man sie einmal hatte. Ein Wohnmobil ohne funktionierende Stützen steht schief, wackelt bei jedem Schritt und lässt sich auf keinem unebenen Platz vernünftig ausrichten. Das ist kein Weltuntergang, im Alltag aber ein Ärgernis, das man vor sechs Wochen Reise gern erledigt hätte.
Unter dem Wohnmobil war nichts zu finden
Zuerst habe ich selbst nachgesehen. Ich wollte an die Hydraulik heran, also an die Zylinder der Hubstützen, und herausfinden, ob es dort eine Notentriegelung gibt. Vor allem wollte ich sehen, ob irgendwo Hydraulikflüssigkeit austritt, denn eine sichtbare Leckage wäre wenigstens ein klarer Befund gewesen. Gefunden habe ich nichts.
Kein Öl, keine offensichtliche Beschädigung, keine Stelle, an der man von Hand hätte eingreifen können. Am Ende war klar, dass die gesamte Technik unter dem Fahrzeug sitzt und wir ohne Werkstatt nicht weiterkommen. Das ist die unangenehme Sorte Defekt, bei der man alles Naheliegende geprüft hat und trotzdem mit leeren Händen dasteht.
Zwei zugesagte Rückrufe, angerufen hat niemand
Am Freitagvormittag rief ich bei GüMA in Mannheim an, wo wir Luna gekauft haben. Ich wollte nichts weiter, als einmal kurz mit jemandem aus der Werkstatt sprechen. Die Kollegen seien gerade alle im Gespräch, hieß es, jemand werde zurückrufen. Um 17 Uhr hatte sich immer noch niemand gemeldet, also versuchte ich es erneut.
Wieder dieselbe Auskunft, wieder die Zusage eines Rückrufs. Angerufen hat am Ende niemand. Damit war der Freitag vorbei, das Wochenende begann, und wir konnten bis Montag nichts mehr unternehmen. Bei neun Tagen Restzeit vor der Abfahrt fühlen sich zwei verlorene Tage länger an, als sie sind.
260 Kilometer zum Hersteller sind näher als Mannheim
Die Hubstützen stammen von E&P, deshalb wollte ich es direkt beim Hersteller versuchen. Dort hatte man am Freitag allerdings nur bis 13:30 Uhr geöffnet, dafür war ich längst zu spät dran. Also blieb wieder nur der Montag. Der Plan für den Wochenstart stand damit fest, anrufen und fragen, ob wir wegen des Urlaubs ausnahmsweise am Mittwoch vorbeikommen dürfen.
Von uns aus sind das 260 Kilometer einfache Strecke. Das klingt nach viel und ist trotzdem die bessere Wahl, weil die Fahrt nach Mannheim noch länger dauert und dort gerade niemand ans Telefon geht. Wer eine Werkstatt sucht, sollte deshalb die Entfernung gegen die Erreichbarkeit rechnen. Der kürzere Weg nützt wenig, wenn am anderen Ende niemand abhebt.
Der Kühlschrank läuft über den Wechselrichter nicht an
Beim Einräumen war uns noch ein zweites Problem aufgefallen. Der Kühlschrank läuft mit 230 Volt nicht über den Wechselrichter, und die Klimaanlage springt darüber ebenfalls nicht an. Am Landstrom arbeitet beides, autark bleibt es dunkel. Rein rechnerisch sollte das kein Thema sein, denn in Luna steckt ein Victron MultiPlus mit 3.000 Watt Dauerleistung, und der Kühlschrank braucht keine 300 Watt. Trotzdem passiert nichts.
Etwas Recherche hat weitergeholfen, und offenbar ist dieses Verhalten gar nicht ungewöhnlich. Ich kann es nur laienhaft beschreiben. Im Wechselrichter muss dafür eine Einstellung aktiviert werden, eine Art Erdungssicherung, die ab Werk deaktiviert ist. Selbst erledigen lässt sich das nicht, dafür braucht es einen Kundendienst mit dem passenden Programmierkabel, bei Victron heißt es MK3-USB, samt der zugehörigen Software.
Zwei Baustellen neun Tage vor dem Start
Bleiben die steckende Hubstütze und die Stromversorgung. Beides ist für sich genommen kein Grund, eine Reise abzusagen. Zusammen sorgen sie für dieses Gefühl, das man vor der ersten großen Fahrt am wenigsten gebrauchen kann, nämlich dass man dem eigenen Fahrzeug noch nicht ganz traut. Wie es ausgegangen ist, steht im nächsten Beitrag Hubstützen zurückgesetzt, Entwarnung kurz vor dem Urlaub. So viel vorweg, die Lösung war einfacher, als dieser Freitag vermuten ließ.
Ich bin Michael, 50, aus der Oberpfalz. Zusammen mit meiner Frau Maria führe ich eine Agentur für SEO und GEO, nebenher schreibe ich Psychothriller. Fünf Jahre lang hatten wir ein Boot in Kroatien und wissen seitdem, wie zuverlässig so etwas Geld frisst. Seit 2026 sind wir mit Luna unterwegs, einem Dethleffs Globetrotter XLi. Rund den halben Tag arbeiten wir aus dem Wohnmobil, der Rest gehört den Orten, an denen wir stehen. Beides steht in diesem Logbuch.
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