First Camp Sjöstugan

Wann wir hier standen
- 20. bis 23. August 2026
First Camp Sjöstugan liegt auf einer Landzunge im See Möckeln, am Rand von Älmhult in Småland. Die Adresse ist Bökhult 27, der Platz hat das ganze Jahr geöffnet. Zum Gelände gehören ein Sandstrand mit Badesteg, eine Sauna, ein Kiosk, ein Bistro in der Sommersaison sowie ein Verleih für Kanus, Kajaks und Fahrräder. Strom liegt laut Betreiber an jedem Stellplatz an, das Kabel darf dabei bis zu 25 Meter weit reichen. WLAN und die Duschen kosten nichts extra. Älmhult selbst ist der Stammsitz von IKEA, das erste Warenhaus der Welt steht hier und beherbergt seit 2016 das IKEA Museum.
Wir standen vom 20. bis zum 23. August 2026 mit Luna hier und hatten Platz 44 gebucht, gleich am Wasser. Noch am selben Abend sind wir auf einen Außenplatz gewechselt, weil das Starlink Mini unter den Eichen keine stabile Verbindung mehr gehalten hat. Bei diesem Wechsel haben wir uns im Schotter festgefahren, das hätte uns beinahe 700 Euro gekostet, die uns am Ende ein Nachbar gespart hat.
Platz 44 ist für 10 Meter zu knapp
Das Schild an Platz 44 gibt Wohnmobile bis 10 Meter frei, Luna misst 8,61 Meter. In der Praxis war die Parzelle für diese Größe sehr klein. Aus Brandschutzgründen sollen zwei Meter Abstand zum Schild des Nachbarplatzes bleiben, das haben wir nicht hinbekommen. Mit zwei Metern Luft nach vorn hätte Luna mit dem Heck mitten im Weg gestanden, also sind wir näher an das Schild herangefahren. Wer mit einem Fahrzeug ab acht Metern herkommt, sollte sich die Waldparzellen vorher genau ansehen.
Die Aussicht macht viel wett. Von Platz 44 schaut man zwischen Eichen und Kiefern hindurch direkt auf den Möckeln, bis ans Wasser sind es höchstens 20 Meter. Bei Regen wird der Boden vor dem Platz allerdings zu Matsch. Das gehört auf einem Waldcampingplatz dazu und lässt sich nicht ändern, deshalb ziehen wir dafür keinen Punkt ab. Für die Lage vergeben wir die vollen fünf Sterne.
Wegen Starlink auf einen Außenplatz gewechselt
Unter den Eichen war der Himmel über Luna so weit zugewachsen, dass das Starlink Mini alle drei Minuten für rund eine Minute abgerissen ist. Zum Arbeiten taugt das nichts, und wir arbeiten unterwegs den halben Tag. An der Rezeption haben wir deshalb auf einen Außenplatz gewechselt, dort ist der Himmel frei und die Verbindung steht seitdem durchgehend. Wie sich die Antenne sonst unter Bäumen schlägt, steht im Ratgeber zum Starlink Mini im Wohnmobil.
Die Parzellen im Außenbereich sind deutlich größer als die im Wald, hier steht Luna mit reichlich Abstand nach beiden Seiten. Die Wiese wirkt eben, das täuscht. Sie fällt so stark ab, dass wir unter die Hubstützen etwas unterlegen mussten, um Luna überhaupt in die Waage zu bekommen. Wie die Anlage arbeitet und was sie gekostet hat, steht im Beitrag zu den Hubstützen am Wohnmobil.
Im Schotter festgefahren, 700 Euro gespart
Beim Platzwechsel wollte ich mir rund 100 Meter Rückwärtsfahrt sparen und bin dafür einen kleinen Hang hinuntergerollt, um unten zu wenden. Luna hat Frontantrieb und hinten eine Doppelachse, genau diese Kombination hat mich dort festgesetzt. Nach hinten blieben zehn Zentimeter, bevor die Hubstützen aufgesetzt hätten, vorne drehten die Räder im losen Schotter durch. Weiter ging es in keine Richtung mehr.
Ein Abschleppwagen hätte umgerechnet rund 700 Euro gekostet und eine Stunde Anfahrt gebraucht. Bevor wir ihn bestellt haben, kam ein älterer Herr vom Nachbarplatz herüber und meinte, das bekämen wir auch so hin. Er hat Hölzer hinter die Hinterreifen gelegt, vorne haben wir den aufgewühlten Schotter freigebuddelt, dann kamen noch weitere Camper dazu. Stück für Stück bin ich rückwärts auf die Bretter gefahren, habe dadurch Luft nach hinten gewonnen und konnte Luna hinter der Steigung gerade ausrichten. In einem anderen Winkel ging es dann hinauf, nach zehn Minuten stand sie wieder auf festem Boden.
Die Helfer haben Bier bekommen und ein ehrliches Danke. Der ältere Herr erzählte danach, vor ein paar Tagen habe sich an derselben Stelle ein Gespann mit Wohnwagen festgefahren. Vom Fahrersitz aus sieht man diese Senke schlicht nicht. Schuld bin am Ende ich, die 100 Meter rückwärts wären der sichere Weg gewesen. Wer hier mit einem schweren Fahrzeug rangiert, sollte sich die Stelle vorher zu Fuß ansehen.
Duschen und Toiletten waren sehr schmutzig
Der Schwachpunkt dieses Platzes sind die Sanitärräume. Duschen und Toiletten waren bei unserem Besuch sehr dreckig, auf dem Boden lagen Papierreste und Pfützen. So etwas haben wir auf keinem anderen Platz dieser Reise erlebt. Bei einem Betrieb mit Restaurant, Sauna und Badestrand hatten wir das so nicht erwartet. Die Sauberkeit steht bei uns deshalb bei zwei von fünf Sternen.
Bei der Ausstattung fehlt uns eine Möglichkeit, den Schwarzwassertank direkt zu entleeren. Es gibt zwar eine Öffnung im Boden, die ist für Grauwasser vorgesehen. Ansonsten ist das Nötige da, Strom am Platz, Trinkwasser, Servicegebäude sowie Waschmaschine und Trockner. Drei von fünf Sternen sind dafür angemessen. Wie wir Lunas Tanks sonst leeren, steht im Logbuch unter Zwei defekte Tanksensoren auf einmal.
1.025,80 Kronen für drei Nächte
Wir haben 1.025,80 Kronen für drei Nächte bezahlt, umgerechnet rund 92 Euro (Stand August 2026). Der Platz hatte ein Angebot laufen, drei Nächte bleiben und nur zwei bezahlen. Damit lagen wir bei knapp 31 Euro pro Nacht, für einen schwedischen Campingplatz in der Hauptsaison geht das in Ordnung. Noch einmal herfahren würden wir eher nicht. Die Lage am Möckeln ist großartig, die schmutzigen Sanitärräume und die engen Waldparzellen wiegen für uns schwerer. Für Familien rechnet sich das anders, der Sandstrand mit Badesteg, die Sauna und der Bootsverleih sind genau dafür gemacht. Bei uns zählen ein freier Himmel für Starlink und ein sauberes Sanitärhaus schwerer als das Freizeitangebot.




Ich bin Michael, 50, aus der Oberpfalz. Zusammen mit meiner Frau Maria führe ich eine Agentur für SEO und GEO, nebenher schreibe ich Psychothriller. Fünf Jahre lang hatten wir ein Boot in Kroatien und wissen seitdem, wie zuverlässig so etwas Geld frisst. Seit 2026 sind wir mit Luna unterwegs, einem Dethleffs Globetrotter XLi. Rund den halben Tag arbeiten wir aus dem Wohnmobil, der Rest gehört den Orten, an denen wir stehen. Beides steht in diesem Logbuch.