Am Donnerstag, dem 6. August 2026, stand fest, dass wir uns auf zwei Anzeigen in Luna nicht mehr verlassen können. Der Tanksensor für den Schwarzwassertank und der für den Grauwassertank sind beide defekt. Aufgefallen ist uns das innerhalb weniger Stunden, am Donnerstagabend und am Morgen darauf, also an beiden Tanks praktisch parallel. Mitten in einer sechswöchigen Reise ist ein defekter Tanksensor im Wohnmobil kein Drama, er ändert aber den Rhythmus beim Entsorgen.
Beide Anzeigen meldeten leer, beide Tanks waren voll
Der Schwarzwassertank zeigte 0 Prozent, obwohl wir ihn eine ganze Woche lang zu zweit benutzt hatten. Der Grauwassertank stand unter 10 Prozent, ebenfalls nach einer Woche mit Spülen, Duschen und Händewaschen. Tatsächlich waren beide Tanks gut gefüllt, was sich beim Leeren ohne jeden Zweifel bestätigt hat. Nur der Frischwassertank meldete korrekte Werte.
Für uns sind die Sensoren damit kaputt. Wir haben in den Unterböden nachgesehen, ob die Kabel jeweils vollständig mit den Sensoren an den Tanks verbunden sind. Sie sind es, und mehr können wir von unserer Seite aus nicht tun. Sollte die Werkstatt später zu einem anderen Ergebnis kommen, etwa zu verschmutzten Sonden im Tank, greifen wir das hier noch einmal auf. Die Liste für den Termin nach dem Urlaub wird jedenfalls länger, nach der ausgefallenen Toilette und der Hubstütze kommen jetzt zwei weitere Punkte dazu.
Ohne Anzeige leeren wir bei jeder Gelegenheit
Im Reisealltag lässt sich das gut handhaben, sobald man die Umstellung einmal akzeptiert hat. Wir haben die beiden Anzeigen gedanklich abgeschrieben und leeren die Tanks bei jeder Gelegenheit, die sich bietet. Sobald eine Entsorgungsstation erreichbar ist, wird geleert, unabhängig davon, was das Bedienpanel behauptet.
Das kostet ein paar Handgriffe mehr und nimmt uns das Risiko ab, an einem ungünstigen Ort mit einem vollen Tank dazustehen. Ehrlich gesagt ist es sogar die sicherere Methode. Eine Anzeige verleitet dazu, das Leeren aufzuschieben, bis sie einen bestimmten Wert erreicht. Ohne sie richtet man sich nach den Möglichkeiten des Platzes, und die entscheiden im Wohnmobil ohnehin über alles, was mit Wasser zu tun hat.
40 Liter Abwasser wiegen 40 Kilo
In Västervik an der schwedischen Ostküste haben wir den Schwarzwassertank zum ersten Mal überhaupt geleert. Wir nutzen dafür ein Abwassertaxi mit 40 Litern Fassungsvermögen, also einen Rolltank, den man von Hand zur Entsorgungsstelle zieht. Zwei Fahrten mit vollem Tank waren nötig, dazu eine dritte mit etwa einem Drittel Füllung.
Vierzig Liter Abwasser wiegen rund vierzig Kilogramm, und genau das war der anstrengende Teil. Den vollen Rolltank an der Entsorgungsstelle anzuheben, kostete deutlich mehr Kraft, als ich vorher gedacht hatte. Ziehen lässt er sich bequem, das Anheben über den Rand ist die eigentliche Übung. Davon abgesehen lief der Vorgang ohne Schwierigkeiten, und für den ersten Versuch überhaupt war das eine gute Nachricht.
Der Spülschlauch war zu kurz
Ein Punkt hat uns dann doch geärgert. Nach dem Leeren gab es an dieser Station keine Möglichkeit, den Schwarzwassertank zu spülen. Das Grauwasser konnten wir an anderer Stelle abgeben, und dort wollte ich wenigstens das Rohr des Schwarzwassertanks durchspülen. Der Schlauch vor Ort war dafür viel zu kurz, bei einem Wohnmobil in unserer Länge reichte er nicht annähernd bis zum Ablass.
Verkraftet haben wir das ohne Weiteres, geärgert hat es trotzdem. Damit steht eine Frage im Raum, auf die wir bisher keine Antwort haben. Wie macht man sich beim Spülen unabhängig von der Ausstattung eines Platzes? Bei einem langen Fahrzeug ist der Ablass schlicht weiter vom Rand entfernt als bei einem Kastenwagen, und darauf ist kaum eine Station eingerichtet. Sobald wir eine Lösung gefunden haben, die sich im Betrieb bewährt, steht sie hier im Logbuch.
Ich bin Michael, 50, aus der Oberpfalz. Zusammen mit meiner Frau Maria führe ich eine Agentur für SEO und GEO, nebenher schreibe ich Psychothriller. Fünf Jahre lang hatten wir ein Boot in Kroatien und wissen seitdem, wie zuverlässig so etwas Geld frisst. Seit 2026 sind wir mit Luna unterwegs, einem Dethleffs Globetrotter XLi. Rund den halben Tag arbeiten wir aus dem Wohnmobil, der Rest gehört den Orten, an denen wir stehen. Beides steht in diesem Logbuch.
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