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Strom

Kabeltrommel fürs Camping, 25 m: Brennenstuhl Garant

Sauber verarbeitet. Für unseren Alltag am Stellplatz wäre ein loses Kabel die bessere Wahl.
3,5 / 5
Gesamtnote aus den vier Kriterien
Blaue Brennenstuhl Garant Kabeltrommel mit 25 Metern Kabel steht im Gras neben dem Wohnmobil, das orange Anschlusskabel ist eingesteckt
Preis/Leistung
Qualität
Handling
Gewicht

Wir haben die Kabeltrommel bei Obelink gekauft, wir haben dafür 93 Euro bezahlt. Beim Kauf erschien sie uns praktisch, weil sich das Kabel schnell aufwickeln und leicht verstauen lässt. Am Gerät selbst gibt es nichts zu bemängeln. Zu unserem Alltag am Stellplatz passt die Bauform trotzdem schlecht, und das liegt an einer Eigenschaft, die jede Kabeltrommel mitbringt.

Technische Daten der Brennenstuhl Garant

Die Brennenstuhl Garant führt 25 Meter Kabel mit einem Querschnitt von 2,5 Quadratmillimetern, dazu kommen 1,5 Meter Anschlusskabel an der Trommel. Zwei Steckdosen sitzen auf der Nabe, geschützt nach IP44, also gegen Spritzwasser aus allen Richtungen. Am Kabelende sitzt ab Werk eine CEE-Kupplung, die Trommel passt also ohne Adapter an jede Stromsäule. Die ganze Trommel wiegt 6,68 Kilo und misst 29 mal 22,5 mal 36,5 Zentimeter. Ein Überlastschutz mit Kontrollleuchte gehört dazu, und der ist bei uns kein theoretisches Bauteil geblieben. Zwei Steckdosen klingen wenig, im Wohnmobil reicht das aber, weil ohnehin nur die Einspeisung und selten ein zweites Gerät daran hängen.

Warum der Überlastschutz ausgelöst hat

Beim allerersten Einsatz zu Hause hatten wir das Kabel nur teilweise abgerollt und dann die Klimaanlage eingeschaltet. Kurz darauf sprang der Knopf heraus und der Strom war weg. Das ist kein Defekt, das ist genau die Aufgabe dieses Schutzes. Aufgerolltes Kabel gibt seine Wärme nicht ab, bei höherer Last steigt die Temperatur im Wickel, und der Schutz greift, bevor etwas passiert. Seitdem gilt bei uns eine einfache Regel: Die Kabeltrommel wird immer vollständig ausgerollt, bevor irgendetwas eingeschaltet wird.

Diese eine Auslösung war die nützlichste Lehrstunde, die uns das Gerät geliefert hat.

Verarbeitung und Anschluss am Wohnmobil

Die Verarbeitung stimmt. Der Kabelquerschnitt von 2,5 Quadratmillimetern ist für die 25 Meter ordentlich dimensioniert, das Kabel selbst ist sauber verarbeitet und die Stecker sind hochwertig. Das lose Kabelende lässt sich am Rand einhängen, damit es sich nicht von allein abwickelt. Der Tragegriff macht das Herumtragen angenehm. Weil die CEE-Kupplung ab Werk montiert ist, brauchten wir bisher keinen einzigen Adapter. Die gängigen Adapter für andere Anschlüsse liegen trotzdem in einer Kiste in der Heckgarage.

Wie viel Kabel man am Stellplatz wirklich braucht

Wie weit die Stromsäule weg steht, ist von Platz zu Platz völlig verschieden. Wir hatten schon zwei Meter Entfernung, und dann liegen 23 Meter Kabel unter dem Wohnmobil herum, was auch optisch nichts hermacht. Zehn Meter waren bisher das Maximum. Die vollen 25 Meter haben wir kein einziges Mal gebraucht. Genau darin liegt unser Problem mit der Bauform, denn abgerollt werden muss trotzdem alles.

Eine Kabeltrommel muss bei höherer Last vollständig abgewickelt werden, weil sich das aufgerollte Kabel sonst erwärmt. Am Stellplatz heißt das: Die vollen 25 Meter liegen herum, auch wenn nur ein Bruchteil davon gebraucht wird. Bei uns landet der Rest unter dem Wohnmobil und ist dort im Weg. Diese Regel steht in jeder Anleitung, im Laden denkt man beim Kauf allerdings selten darüber nach. Genau dieser Punkt entscheidet, ob eine Kabeltrommel fürs Camping die richtige Bauform ist.

Ein loses Kabel mit 20 Metern lässt sich locker aufgerollt als Ganzes unter das Fahrzeug legen. Wir werden vermutlich auf diese Lösung umsteigen.

Sobald ein Campingplatz oder Stellplatz Strom anbietet, hängen wir daran. Das ist bei uns in Luna der Normalfall, und dann läuft alles über die Trommel, vom Ladegerät der Aufbaubatterie bis zur Klimaanlage. Gibt es keinen Anschluss, stehen wir autark, dafür sind 336 Amperestunden Lithium und der Wechselrichter an Bord. Die Kabeltrommel kommt also nicht jeden Tag zum Einsatz, an Plätzen mit Strom dagegen jedes Mal. Über sechs Wochen summiert sich das auf viele Auf- und Abbauten, und jede davon bedeutet 25 Meter abrollen und wieder aufwickeln.

Wann sich eine Kabeltrommel fürs Camping lohnt

Auf Plätzen mit weit entfernter Säule spielt eine Kabeltrommel ihre Stärke aus, weil die 25 Meter Reichweite dann tatsächlich gebraucht werden. Wer das Kabel häufig transportiert, profitiert außerdem vom Griff und der festen Wickelform, denn ein loses Kabel verheddert sich beim Verstauen schneller. Auch die zwei Steckdosen auf der Nabe sind ein Argument, sie ersparen eine zusätzliche Mehrfachsteckdose im Freien. Und wer die Trommel zu Hause ohnehin besitzt, hat sie ohne Zusatzkauf im Wohnmobil dabei. Unser Nutzungsprofil sieht anders aus, deshalb fällt unser Urteil geteilt aus.

Solide gebaut, für unseren Alltag zu klobig

Die Trommel ist gut gebaut und funktioniert einwandfrei. Sie ist zugleich schwer und klobig, und der Preis war für das Gebotene hoch. Was sie heute kostet, steht beim Händler, die Preise ändern sich laufend. Dass die Bauform zu unserem Alltag wenig passt, hätten wir vorher wissen können. Das geht auf unsere Auswahl zurück, das Produkt hält, was es verspricht. Wer eine Kabeltrommel fürs Camping sucht und die Reichweite wirklich braucht, bekommt hier ein solides Gerät, und der Überlastschutz erzieht einen ganz nebenbei zum vollständigen Abrollen.

Zum Angebot

Führt zu Obelink, wo wir die Kabeltrommel gekauft haben. Wir verdienen daran nichts.

Bildergalerie
Michael Lengemann
Geschrieben von

Ich bin Michael, 50, aus der Oberpfalz. Zusammen mit meiner Frau Maria führe ich eine Agentur für SEO und GEO, nebenher schreibe ich Psychothriller. Fünf Jahre lang hatten wir ein Boot in Kroatien und wissen seitdem, wie zuverlässig so etwas Geld frisst. Seit 2026 sind wir mit Luna unterwegs, einem Dethleffs Globetrotter XLi. Rund den halben Tag arbeiten wir aus dem Wohnmobil, der Rest gehört den Orten, an denen wir stehen. Beides steht in diesem Logbuch.

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